Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Zeit des Königs Chiskija und der zeitgenössischen Propheten
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
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unb der seitflcuBfiifdjcn Propheten. •51 Hau.de des assyrischen Heeres. Fast ein Jahrhundert vorher hatte Ainos mit unverkennbarer Uuzweideutigkcit prophezeit: Israel, das Volk des Zehnstnmmereiches, wird aus seinem Lande vertrieben werden, und der Prophet Jesaia hatte zwei Jahrzehnde vorher verkündet: ״In kurzer Zeit wird Ephraim aufgehört haben, ein Volk zu. sein" und noch kurz vorher: ״Das kroneuprangende Oelthal wird wie eine Frühfeige sein, die man beim Abpflücken verschlingt". Im Taumel ihrer Genußsucht überhörten der ephraimitische Adel und das israelitische Volk diese Warnungsstimmeu. Samaria siel nach fast dreijähriger Belagernng (um 720), sein letzter König, Hosea beu Ela, wurde in den Kerker geworfen, die ganze Bevölkerung in ungastliche Gegenden verpflanzt — unbcweint. Keiner der Psalmisten hielt den! eingesargten Volke eine Grabrede, Keiner der Propheten weihte ihm eine Thräne. Sie hatten es längst als ein faules Glied äugesehen, das über kurz oder lang wird amputirt werden miissen. In Juda fing mau seit der Zeit an, aufmerksamer auf die Stimme der Propheten zu lauschen. Ganz besonders wurden Jesaia's Aussprliche und Verhalten sorgfältig beachtet. Das Volk besuchte fleißiger den jerusalemischeu Tempel und feierte peinlicher die Sabbate, Nernuondtage und FesteZ. Damals scheint sich der Kern einer, wie soll mau sagen, monothetistischen Partei gebildet zu haben-a), welche sich um den Propheten Jesaia gruppirtc und vom König, so weit seine Macht reichte, beschützt wurde. Obwohl diese Partei nur das religiös-sittliche Interesse im Auge hatte, so konnte sie doch den politischen Fragen, welche auch gegen Juda anstiirmten, nicht fern bleiben. Die Stellung, welche das kleine Land Assyrien gegenüber einnchnlen sollte, das nach der Eroberung Samaria's sein Augenmerk auch auf das südliche Land gerichtet hielt, war eine brennende Frage. Chiskija ') Folgt aus Jcs. 1, 11-15. 4) Folgt aus Jesaia 28, 175: Pf. 61, 6. 4*