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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 2 · p. Seite 52

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 2
Article
Die Zeit des Königs Chiskija und der zeitgenössischen Propheten
Date
1870-01-01
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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52 Die Zeit des Königs Chiskija hatte die Fortexistenz seines Landes durch Anerkennung der assyrischen Oberhoheit erkauft, und mußte sein Vasallenthum alljkhrlich durch Geschenke bekunden. Es war ein drückendes Gefiihl. Auf der andern Seite lockte Aegypten, das mit Mißbehagen die assyrische Großmacht seinen Grenzen näher rücken sah, mit seiner Sirenenstimme, das Verhältnis zum ninevitischen Hofe auszulösen und sich ihm anzuschließen. Es war allerdings ein.Unglück für das Land Juda, daß es eine Brücke zwischen den beiden Groß- Mächten bildete; aber eben durch diese Betheiligung an großen, weltbewegenden Fragen, täglich gemahnt, das Auge offen zu- Haiten, bildete sich in dem Ländchen eine Reife des Urtheils aus, die nur politische Bildung zu geben pflegt. Auch an der Sprache der damaligen Propheten ist diese Reife wahrzunehmen; sie gleichen nicht mehr den Dorfpropheten von ehemals. Die Adelspartei und der Reichsverweser Schellna waren, wie es scheint, für den innigen Anschluß an Aegypten und den Bruch mit Assyrien. Jesaia und sein Anhang dagegen waren entschieden dagegen und empfahlen ein stilles, ruhiges Verhalten. ״Nur durch Nichtsthnn und Ruhe könnt Ihr gerettet werden"'), sich weder der einen, noch der anderen Seite zuneigen, sondern gewissermaßen das Zünglein an der Wage bilden, um das Gleichgewicht, zu erhalten, das war das Progranrm der prophetischen Partei, und' man kann nicht sagen, daß es unklug war. Um diesen! Programm Nachdruck zu geben, zeigte Jesaia eine eigene symbolische Handlung vor den Augen des ganzen Volkes, die einzige, die von ihm bekannt ist. Er legte den härenen Propheten-Mantel (2שק) ab, löste die Sandalen von seinen Schuhen, und zeigte ') Ies. 30, 15. -) Ies. 20. אדרת שער — שק bedeutet Prophetcminmtel; den sollte Jesaia lösen und nmhergehem ער1ם, das nicht splitternackt, sondern wie das griechische yi’uvog, ohne Oberkleid, bedeutet. — שלש שנים braucht nicht aus die Dauer der symbolischen Handlung des Propheten bezogen zu morden, das׳, er etwa 0 Jahre hintereinander baarsuß gewandelt wäre,

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