Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Lewis Way und seine Emancipations-Apologie
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 558 (sequence 8)
- Language
- German
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558 Lewis Way allgemeine Ausdruck des öffentlichen Geistes haben schon die Behandlung verdammt, die sie 1>is jetzt in allen Ländern ihrer Zerstreuung erfahren haben. Diesen glücklichen Wechsel muß man zum großen Theile der unfehlbaren Wirkung der evangelischen Principien in einer Periode der (S. 57.) vorgeschrittenen Civilisation zuschreiben. Aber jeder Gesellschaftszustand hat einen Charakter und Interessen, die ihm eigenthümlich sind, jeder Zustand ist Versuchungen und wechselseitigen Gefahren ausgesetzt. Unter der Herrschaft der Scheinheiligkeit, der Unduldsamkeit und des Aberglaubens war die Annäherung der Juden und der Heiden unmöglich. Die große Kluft, die sie trennte, stellte sich nicht nur ihrer Einigung hindernd entgegen, sondern auch demjenigen Grade einer innigen Verbindung, der gegenseitige Vortheile hervorgebracht hätte. Aber in einer Epoche, durch die Merkmale eines duldsamen, eifrigen und philosophischen Geistes bezeichnet, wird es gut sein zu beobachten, bis zu welchem Punkte diese günstigen Umstände zu Mißbräuchen anderer Art führen können, indem sie in Rettgionsverachtung, in Gleichgültigkeit oder in falsche Freisinnigleit ausarten und so den Weg zu einem schlimmern Uebel führen, als das war, welches man heilen wollte. Die göttliche Gnade ist nicht bewilligt worden, um die Natur zu zerstören, sondern um sie aufrecht zu erhalten und zu ordnen, und die menschlichen Absichten und Einrichtungen sind niemals heilsamer, noch wirksamer, als wenn sie denjenigen der Vorsehung untergeordnet sind. Der Allmächtige wollte das Gluck seines Geschöpfes. Aber im Paradiese selbst würde dieses es auf eine Art zü erhalten suchen, die ihm seine eigene Erfindung eingab. Er wollte, daß der Mensch, noch (<S. 58.) nach seinem Falle, sich zu den Himmeln erheben könnte, aber nicht mit Hilfe eines Thurnres, der zu den Wolken emporsteigt. Er will, daß alle Menschen als Brüder leben, daß sie Glieder derselben Familie werden, aber nicht nach den Anstalten und Einrichtung durch eine nur weltliche Politik, noch durch das Monopol des persönlichen oder öffentlichen Interesses, noch durch die Eingriffe des menschlichen Ehrgeizes. Er will, daß sein altes Volk eines Tages seine gesellschaftliche Ezistenz wieder einnehrne, daß es zu einem höheren Range erhoben werde als es jemals eingenommen hat, aber nicht durch die Vernichtung des Unterschiedes, den seine Weisheit zwischen dieses und die anderen Völler der Welt gestellt hat. Trotz der mahnenden Stimine der heiligen Geschichte und der Welt-