Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Das Buch Kohélet, seine Entstehungszeit und sein Charakter
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 490 (sequence 10)
- Language
- German
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490 Das Bach Kohelet, Elision ש und של für אשר und •אשר ל•׳ aramäisch nennen? Eben so wenig darf inan בעל לשון, בן חורים, ענין, חפץ die Verba הגיע und הניח (als lassen) חשבון, als ״Rechenschaft" und vieles Andere aramäisch nennen. Will man eine exakte Bezeichnung anwendeu, so muß man von einem neuhebräischen Sprach- Colorit sprechen, wie es in den Sprachdenkmälern der Mischnah und verwandten Schriften vorkommt. Gerade diese Eigenheit hat Ewald am meisten übersehen, urrd darum ist seine Auslegung oft so schief ausgefallen. Statt die ״Rabbinen" über die Bedeutung der Wörter zu befragen, blätterte er irr der arabischen Literatur, um unmögliche Analoga zu frechen. Das Adjektivnrn «חרבו, die Form 1 ,5) מעטים), die Präposition נגד in der adv ersativen Bedeutung contra (4, 1l vielleicht auch 6, 8, die Negation בלא, die Präposition חוץ, die im goldenen Zeitalter des Hebräischen umnögliche Forrnen משחרר, לכשתפל, sind eben Erscheinung der neuhebräischen oder populären Fortbildüng der hebriiischen Sprache, wofür weder das Arabische, rroch das Aramäische Aushilfe bieten. Das nur in Kohölet und zwar 8 mal vorkommende Nomen ענין giebt einen schlagenden Beweis dafür, wie sehr selbst Exegeten ersten Rarrges irren können, wenn sie sich sklavisch an die Etymologie halten und nicht auf die im Neuhebräischen fest ausgeprägte Bedeutung Rücksicht nehmen. Ewald capricirt sich nänllich, das Wort ענין durchweg mit ״Qual" (btt Grunde sprachwidrig vom kiel ענה) zu übersetzen, auch da, wo es am Allerwenigsten paßt, z. B. (3, 2) בי בא החלום ברב עני;, wo es durchaus heißen muß: ״durch zu viel Geschäftigkeit", oder (2, 23) ״ ,ובעם ענינוmit Anmuth ist seine Beschäftigung". Der alte Buxtorf und Gesenius haben schon die rechte Bedeutung des Wortes gegeben; aber weil sie sie mit rabbinischen Analogien belegt haben, fand sie in Ewald's Augen keine Gnade. In der Mischnah-Literatur bedeutet ענין ursprünglich: der ״Gegenstand der Unterredung" (also von ענה im Kal), ferner ״Text", ״Inhalt", endlich ״Gegenstand der Beschäftigung"