Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Das Buch Kohélet, seine Entstehungszeit und sein Charakter
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 483 (sequence 3)
- Language
- German
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seine Entstehungszeit und sein Charakter. 483 schwierig eil Partien nicht erläutern. Zuletzt läuft bei ihm die Erklärung auf ein sie volo, sic jubeo hinaus, ״dieser und dieser Vers kann keinen anderen Sinn haben". Ewald's Commentar zu Kohölet, an dem er nach dreißigjähriger Pause in der zweiten Ausgabe nichts zu verbessern fand, mußte mißlingen, weil er von der falschen Voraussetzung ausging, ״daß der Text ganz in seiner ursprünglichen Gestalt ohne Zusätze, so wie ohne Verstummelung in den Kanoir gekommen ist" (das. S. 285). Bei weitem besser ist die Erläuterung S. D. Luzzatto's zu KohÄet, der sich ebenfalls seit Lebelang daniit entgehend beschäftigt hat und ein Feingefühl für das Hebräische besaß. Er ging von dem eirtgegengesetzten Gedanken aus, daß das Buch eine verwerfliche epikuräische Theorie enthalte; daher sei. es auch von den Sammlern des Kanon beanstandet worden (Einleitung zu K. in der Sammelschrist Ozar Nechmad 3. Jahrg. (!) p. 17 fg. und Ausführung 4. Jahrg. (ll) p. 47 fg.). Die gläubig klingenden Sätze: ורע כי על כל אלה יביאך האלהים 12,1) ווכור אח בוראיך בימי בחרותיך (11,9) ,במשפט) und והרוח 7 ,12) חשוב אל האלהים אשר נתנה), gerade diese 19 Worte, meint Luzzatto, seien von deic Kanonsammlern hinzugefügt worden, um den im Buche so oft vorkommenden ungläubigen Sätzen die Spitze abzubrechen, das Buch so zu sagen kanonisch zu rehabilitiren. Luzzatto rechnete diese Zusätze zu den תקון מ ופריט (I p. 22 fg.). Die Späteren hätten auch den Namen Salomo, der ursprünglich im Texte gestanden habe, mit dein Namen Kohälet vertauscht, um dem Buche die Salomonische Autorität p entziehen und auf die Mystifikation aufmerksam zu machen, meinte er. Allerdings werden Viele diese Annahme willkürlich finden und sich davon nicht befriedigt fühlen. Indessen schadet dieses aus Luzzatto's Idiosynkrasie hervorgegangene Aper^ü der Eiuzelerklärung nicht, die ihm, wie gesagt, besser gelungen ist, als sämmtlichen Vorgängern, da er von dem offenbar eudämonistischen und skeptischen Charakter des Buches ausgürg und sich daher bei der Erklärung 31*