Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Das Buch Kohélet, seine Entstehungszeit und sein Charakter
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 482 (sequence 2)
- Language
- German
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482 Das Buch Kohslet, sonne Friede. Bleek nach einer Seite sehr richtig darüber (Einl. in das alte Testament S. 644.): ״Uebrigens ermangelt das Buch öfters eines geordneten Gedankenganges, indem der Dichter sich frei dein Gange seiner Empfindungen überlassen und Fremdes, mich Sentenzen ausgenommen hat, die ihin eben beifielen (?), obwohl sie mit dein Hauptgedanken des Buches nur entfernten Zusammenhang haben, und sich au das Vorhergehende nur sehr lose airreihen." Auch der vor Kurzem verstorbene I. P. K. Gurlitt, der sich viel mit Kohölet beschäftigt hat, kam auf das Resultat: ״Das Buch K. ist nichts rverriger als eine systematisch angelegte, in strenge Logik fortschreitende Schrift. Die Grundgedanken . . . kehren in verschiedener Form und Wendüng beständig wieder. Sie werden bis zu einem gewissen Punkte verfolgt, dann verlassen, später abermals ausgenommen" re. (Studien und Kritiken, Jahrg. 1865, S. 321 fg.) So muß man allerdings urtheilen, so lange kein Schlüssel paßt, diese Hieroglyphe zu deuterr. Freilich, Ewald ist glücklicher, er hat den Schlüssel gefunden. Er gesteht zwar ein, daß eure gewisse Dunkelheit in Kohelet vorliege; ״doch wer das Innere dieses rauh und seltsam scheinenden Buches überdacht hat, wird es voll von Sinn, Zusammenhang und Wahrheit finden" (die Salomonischen Schriften, 2 Ed. 1867, S. 287). Ihm machen selbst die nngefügigen Sentenzen keine Schwierigkeit. Ja, sie erscheinen ihm als Mittelpunkt des Buches, und die philosophirenden oder raisonnirenden Auseinandersetzungen sollen nur den Zweck haben, die Sprnchweisheit KohÄet's künstlerischer und drastischer zu pointiren. Der Grundgedanke soll darin sein, ״Heiteres Genießen der Lebensgüter in der Freude an Gott". Nun, gerade ״wer das Innere dieses Buches überdacht hat", kann sich mit diesem Faden am allerwenigsten in dem Labyrinth zurechtfinden, und Ewald's Erklärung selbst beweist es am bündigsten. Obwohl ex dem Texte allerlei Zwang anthat, konnte er doch die