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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 10 · p. Seite 469

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 10
Article
Der Prozeß Eisenmenger
Date
1869-01-01
Page
Seite 469 (sequence 5)
Language
German
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Der Prozeß ®ifeumeujici-. 469 Ter König von Preußen trat nochmals für bte Sache ein, und befahl, 27. August 1734, dem preußischen Gesandten am Wiener Hofe, Freiherrn v. Götter, daß er sich der Eisenmengerscheu Erben annehme, damit die Bücher freigegeben und auch mit der nachgesuchten sstiskaotion megen des Schadens nach Recht und Billigkeit corisolkrt werde«. Doch die Sache blieb liegen. Nachdem Carl VI am 20. October 1740 gestorben war, und während des Interregnums das Reichsvicariat wieder die Zügel der Regierung ergriffen hatte, lud dieses Carl Philipp, Churfürst, Pfalzgraf des Rheines und Schwaben und Carl Albert in Ober- und Niederbaiern, auch obern Pfalz Herzog, Augsburg, 20. Febr. 1741, die Juden in Frankfurt ein, im Laufe von 30 Tagen persönlich oder durch einen Bevollmächtigten zu erscheinen, damit in dem obschwebenden Prozesse Recht gesprochen werde. Gegen diesen Erlaß protestirten die Inden in Frankfurt (Baumeister Jsak Moses Goldschmidt und Joel Engers) durch ihren Anwalt vr. Gullman; da die Jnhibirung des Buches nicht in Folge ihrer Intervention, sondern auf Befehl des Kaifers erfolgt sei. Hieraus erließ der Reichsvicar, Augsburg, 19. Mai 1741 (Referent Fugger), daß das Buch freizugeben sei, denn 1) wurde das Buch gehörig censurirt und wurde es schon vom Neichsvicare ü« Jahre 1711 freigegeben; 2) wurde es bereits in Berlin nachgedruckt °, 3) habe es, wie die Erfahrung lehrte, keine Revolte hervorgerufen. Was die Entschädigungsansprüche betrifft, sollen die Ein- Wendungen der Inden den Eisenmenger'schen Erben mitgetheilt werden. Wie wir hier bemerken wollen, wurden in diesem Jahre die Exemplare des Buches in das Armen-Waisen- und Arbeitshaus übertragen. Die Erben des Licentiats Luther verlangten jedoch Lagerzins für 40 Jahre 480 Thaler — 720 Fl. und Transportspeseu 2 Gulden. Das Buch war also nach langer Haft freigegebeu und es hat thatsächlich nicht den Erfolg gehabt, den man von der einen Seite gehofft und von der andern befürchtet hatte. Dem Pöbel,

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