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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 10 · p. Seite 443

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 10
Article
Aaron Hakohen und sein Ritualwerk Orchot Chajim
Date
1869-01-01
Page
Seite 443 (sequence 11)
Language
German
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und fein Nitualwerk Orchot Chajim. 443 (1340)!)• Die genannten talinudischen Werke, wie überhaupt die meisten, welche in dieser Zeit entstanden sind, sind nur Reproductionen. In dem vorausgegangenen Zeitalter des Salomo b. Aderet hatte die talmudische Dialektik ihren Höhepunkt erreicht, im folgenden Zeitalter, in dem eben dis oben genannten Werke verfaßt wurden, war die Systematik vorherrschend. Die Hauptthätigkeit war darauf gerichtet, den in der vorausgegangenen Epoche gewonnenen halachischen Stoff zu sammeln und zu ordnen. Die Gelehrten dieser Zeit waren gewissermaßen nur die Bienen, welche den Blüthenstaub des talmudischen Geistes des vorausgegangenen Jahrhunderts in sich aufnahmen und verarbeiteten. Die Hauptträger der neuen Richtung sind Jacob b. Ascher und Aaron Hakohen. Ein Vergleich zwischen beiden fällt nicht zu Gunsten des Provenzalen aus. Wir glauben durch einen Vergleich beider Werke die charakteristische Eigenthümlichkeiten des Orchot Chajim schärfer hervorheben zu können. Der Tur besitzt die wesentlichen Vorzüge eines für die religiöse Praxis berechneten Handbuches. Der gesammte halachische Stoff ist zu einem festgegliederten abgerundeten Ganzen gestaltet und geordnet, während im Orchot Chajim, namentlich in der zweiten Hülste des zweiten Theiles, das Material blos aufgeschichtet, aber nicht verarbeitet ist. Jacob b. Ascher zeigt ferner Lei dissentirenden Meinungen mehr selbstständiges Urtheil, als Aaron Hakohen; jener wägt, dieser zählt die Stimmen und anstatt irgend eine rituelle Entscheidung zu motiviren, häuft er Citate auf Citate in einer oft den Zusammenhang störenden Weise. Der st Dessen Werke sind NIM cns תולדות und ספר מישרים. Das elftere Werk ed. Const. p. 234 b. theilt das Formular eines Scheidebriefes aus dem Jahre 1340 mit, das Werk kann also nicht um 1334 verfaßt worden sein, wie Graetz, Geschichte VII p. 351 angiebt. UeberdieS ist im חולדות p. 182 b. und מישרים p. 65 0. der Tur citirt, der doch nach Graetz (a. a, O. p. 347) um 1340 verfaßt wurde.

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