Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Geschichte der Anschauungen über die jüdisch-hellenistische Religionsphilosophie
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 416 (sequence 18)
- Language
- German
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410 Zur Geschichte der Anschauungen des sind außer der Gfrörer-Dähne'schen nicht geschrieben worden. Gestatten Sie mir daher nur noch einige Worte über die Stellung zu sagen, weiche in den das Ganze der griechischen Philosophie umspannmden Werken Ritter's und ZeLer's unseren jüdischen, philosophischen Freunden eingeräumt worden ist. Ritter kommt von vorn herein mit Vorurtheilen zu der jüdischen Neligionsphilosophie. Mit dem wuchtigen Maßstabe der Klassicität in der Hand, tritt er an die nacharistotelischen Erscheinnngen der philosophischen Geschichte Griechenlands heran. Was nicht an Plato und Aristoteles hinausreicht, das ist unklassisch, Product des Verfalles, Zeichen der absoluten Schwäche des speculirenden Menschengeistes. Kaum brauchen wir daher zu fragen, welches llrtheil die eklektische, jüdische Philosophie trifft48, da selbst die originellen Schöpfungen der griechischen Philosophie dem verdammenden Spruche nicht entgehen und weder die Geistesfreiheit und die rücksichtslose Entschiedenheit, noch die gewaltige weltgeschichtliche Bedeutung dieser Erscheinungen sie zu schützen verinag. Die beste Darstellung der jüdisch-hellenistischen Religionsphilosophie ist die von Zeller in seinem großen Geschichtswerke entworfene. Sie ist zugleich die klarste und die gründlichste aller bis heute erschienenen. Aber frei von Mängeln ist sie nicht und ein treues Bild dieser großen Bewegungen liefert sie nicht, kann sie nicht liefern. Ich darf auch hier nur Vereinzeltes zu kurzer Besprechung herausheben. Zeller, obgleich theologisch gebildet, wie keiner seiner Vorgänger, ist doch des Hebräischen zu wenig kundig, unr die Bezie- Hungen zu verstehen und zu würdigen, die den jüdischen Hellenismus an das biblische und uachbiblische Judenthum so innig knüpfen, die selbst den Talmud und die Midraschim mit den Schriften der hellenistischen Theologen verbinden. Der Fäden aber, die von Palästina nach den hellenistischen Städten und rückwärts laufen, sind so viele, daß, wer sie nicht aufzusuchen gewillt oder vermögend ist, die religionsphilosöphische Litteratm