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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 9 · p. Seite 417

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der Anschauungen über die jüdisch-hellenistische Religionsphilosophie
Date
1869-01-01
Page
Seite 417 (sequence 19)
Language
German
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über die jüdisch-hellenistische Religionsphilosophie. 4-17 selbst nur wie in einem Dämmerlichte zn erblicken vermag. Ein Beispiel, ans einer Fiille von Belegen heransgegriffen, mag das erweisen. Vor einer langen Reihe von Jahren hat Frankel den durchans nationalen Ursprung der Essäer, ihre vollkommen jüdischen Tendenzen in überzeugender Weise nachgswiesen 49. Da diese Abhandlungen für Männer geschrieben sind, die der talmudischen Litteratur einigermaßen kundig sind/haben christliche Gelehrte sie weder verstanden noch gewürdigt und so sind denn der verschiedensten Theorien über diese Secte seit jener Zeit nicht weniger geworden. Zeller selbst hat — wie er offen eingesteht50 — diese Abhandlungen gar nicht gelesen. Wir dürfet: uns daher nicht wundern, die Essäer noch immer bei ihm als Neu-Pythagoreer auftreten zu sehen. Ebenso unklar oder vielnrehr unbekannt sind ihm, wie allen anderen christlichen Forschen: die Beziehungen, die zwischen Philo und der Midraschlitteratur obwalten und die von Keinem in ihrer ganzen Wichtigkeit erkannt werden können, der nicht aus den Quellen selbst, sondern aus trüben Kanälen seine Kunde jüdischer Dinge schöpfen muß. Noch eines andern Punktes n:uß gedacht werden. Zeller so gut wie Ritter und Tennemann — dessen imgründliche Darstellung hier füglich unberücksichtigt bleiben darf — schreiben Geschichten der Philosophie. Aber nicht in einer Geschichte der Philosophie ist der Ort, an dem Philo's volle Bedeutung gewürdigt werden kann. Philo ist freilich Philosoph, aber zunächst ist er ii: den uns vorliegenden Schriften Exeget der heiligen Schriften. Sein Werth für uns, der Mittelpunkt seiner schriftstellerischen Thätigkeit und sicherlich seiner geistigen Bestrebungen wird aus einer Darstellung seines philosophischen Systems ebenso wenig begriffen, wie die Bedeutung Cicero's in der römischen Litteratur ans seinen philosophischen Stümpereien. Es ist daher nur der dimirliatus Philo, der uns in den gegenwärtigen Bearbeitungen seines Systems Franlel, MsMlSschrist. XVNI. g. 27

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