Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Geschichte der Anschauungen über die jüdisch-hellenistische Religionsphilosophie
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 414 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829374-2829384-2864636--12281-2864678- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
414 Zur Geschichte der Anschauungen glänzenden Vorzüge der Gfrörer'schen Darstellung, der funkelnde Ausdruck, die anregenden Seitenblicke in Vergangenheit und Zukunft des jüdischen Hellenismus und im Grunde folgt er seinenr Vorgänger in den Hauptzügen der Auffassung entschiedener, als der leidenschaftlich bittere Ton der Polemik, den er häufiger als billig gegen Gfrörer anschlägt, erwarten lassen sollte. Auch bei ihm schrumpfen große, geschichtliche Kräfte zu mageren subjectiven Motiven ein. Der 'heiße Himmel Alexandria's' und 'das Phlegma Philos' 44, der Gegensatz eines superstitiösen jüdischen und philosophisch-hellenischen Gottesbegriffes, dazu die Einwirkung eitles unbekannten 'Urhebers der jüdischen Religions- Philosophie'^— das sind für Dähne wesentliche Momente für die Erklärung der Grundlagen des 'jüdischen Alexandrinismus'. Das würde vermieden worden sein, wenn sich Dähne einen richtigetl Begriff voir Religionsphilosophie überhaupt und von jüdischer Religionsphilosophie insbesondere zu bilden gesucht hätte, ehe er an die 'geschichtliche Darstellung der jüdisch-alexandrinischen Religionsphilosophie' ging. Wer dergleichen Motive gelten läßt, wie die oben angeführten, der weiß nicht, daß in jeder Religion eine Zeit eintritt, in welcher der Geist sich über die Stufe des naiv kindlichen Glaubens, der unmittelbaren, unbefangenen Ueberzeugung von der Wahrheit dieser Religion erhebt, selbständig nach ihren Grundlagen fragt und ihre Lehren mit den Ergebnissen freier philosophischer Forschung vergleicht. Dähne scheint es nicht zu beachten, daß eine innere Nothwendigkeit auch die jüdische Religion zwang, eine Neligionsphilosophie zu erzeugen, als sie in der Berührung mit griechischer Philosophie ihre Unbefangenheit verloren hatte. Das war um so nothwendiaer, als griechische Philosophie und griechisches Denken überhaupt gleichsam die geistige Atmosphäre der jüdischen Hellenisten bildete, die in ihr eigenes innerstes Wesen eindrang, die sich ausgleichen mußte mit der so ganz verschiedenen Heimathluft, aus der sie kamen. Hier nun im Einzelnen eine bestimmte Lehre als den