Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Geschichte der Anschauungen über die jüdisch-hellenistische Religionsphilosophie
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 413 (sequence 15)
- Language
- German
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über die jüdisch-hellenistische Religionsphilosophie. 413 erhalten durch ־bie Furcht vor demselben' und fortdauernd in der Gegenwart durch ‘bie Kraft der Gewohnheit'Die Tendenz, dein Christenthuiil beit letzten Ziest seiner Originalität zu rauben, ist es, die ihn zu den *Alexandrinern' geführt hat. Gern wird darum jede Gelegenheit benutzt, diesen, den Vätern des Christenthums, Eines zu versetzen; denn natürlich, je schlechter der Stannn, desto schlechter die Frucht, die auf ihm gewachsen ist. Eine wahrhaft gründliche Auffassung aber kann inan von Niemandem erhoffen, dein eine geschichtliche Erscheinung rächt in ihrer eigenthümlichen Gestalt, nicht um ihrer selbst willen Interesse einflößt, der sie vielmehr eitlem fremden, ihr gleichgiltigeu Zweck unterordnet und ihre Erforschung zu seinen, gleichviel ob berechtigten ob verwerflichen Tendenzen benutzt. Wie wahr es daher auch ist, daß die jüdische Religionsphilosophie nlanchen christlichetl Lehren als Ausgangspunkt gedient hat, betrachtet man jene bloß durch die Brille der späteren, gänzlich von jenem Ausgangspunkte abschweifenden Dogmen, so wird man nimmer zu einer gerechten Würdigung derselben gelangen. Im Grunde steht daher Gfrörer noch aitf dem oft verspotteten Standpunkte der alten Väter. Beiden sind die jüdischen Hellenisten halbe oder ganze Christen. Nur daß bei Gfrörer bewußte Tendenz ist, was bei den patres naiver Glaube war. Manche Fehler Gfrörer's vermieden, oder!lach Vermeidung derselben wenigstens gestrebt zu haben, ist das Verdienst Dähne's in seiner *geschichtlichen Darstellung der jüdisch - alexandrinischen Religionsphilosophie'. Mit weiser Behutsamkeit werden gar viele Punkte erläutert, die eine ziemlich oberflächliche Behandlung bei Gfrörer gestruden hatten. Wohlthuend berührt den Freund der Geschichte eine entschieden ausgesprochene, wenn auch schlecht bewahrte Achtung vor dem Gegenstände. Dähne sucht nicht nach Widersprüchen llnd Ungereimtheiten, die Gfrörer auf Tritt und Schritt bei den *alexandrinischen Theosophen' findet und mit einer Art von Wollust vorzeigt. Freilich fehlen Dähne auch die