Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Geschichte der Anschauungen über die jüdisch-hellenistische Religionsphilosophie
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 408 (sequence 10)
- Language
- German
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408 Zur Geschichte der Anschauungen mentes wirft auf die Sprache der jüdischen. Hellenisten wenigstens einige Streiflichter; feit der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts liegen auch-die Werke Philo's und Josephus' in Ausgaben vor, die, so mangelhaft sie an sich sein mögen, doch bis heute nicht übertroffen und Nicht entbehrlich gemacht worden sind. Jnr Dienste der christlichen Theologie stehen zahlreiche Abhandlungen, die über einzelne Gegenstände ans diesem Gebiete erscheinen. Theologen in großer Zahl commentiren einige, hierher gehörige Schriften; es regnet seit dem siebzehnten Jahrhundert Monographien, Uebersichten, Miscellaneeu über sprachliche, philosophische und vor Allem theologische Fragen aus unserem Gebiete, zumal über die Secten der Effäer und Therapeuten und über den Zusammenhang Philo's mit dem neuen Testamente: einen neunenswerthen Erfolg haben diese oft sehr gelehrten, aber sämmtlich systemlosen Versuche nicht gehabt. Ein frischer Zug kam erst mit Mosheim und Brücker in diese Forschungen, doch zugleich ein Krankheitsstoff, der ihnen ein langes Siechthmn einbrachte. Der Krankheitsheerd aber liegt in früherer Zeit. In den ersten Jahrhunderten vor und nach der gewöhnlichen Zeitrechnung war der Glaube an geheime orientalische Lehren allgemein verbreitet. Man fühlte sich selbst so leer und öde, daß man begierig nach jedem unverstandenen, abergläubischen Brauche, nach jeder mystischen Formel des Orientes griff, um die eigene Blöße zu decken. Es genügte, ein Aegypter, Chaldäer, Inder zu sein, oder sich für einen solchen auszugeben, um für einen Mysten tiefer Geheimnisse, für einen Propheten uralter Weisheit von dem gläubigen Pöbel der niederen und der höheren Stände gehalten zu werden. Schon aus den allbekannten Schriftstellern wie Horaz, Juvenal, Sueton, Plutarch, Lueian, Flavius Philostratns und Anderen ist Ihnen die keineswegs achtbare Rolle bekannt, welche die Angehörigen jener Länder in der römischen Welt, zumal bei den Frauen, spielten. Es fehlt auch