Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Geschichte der Anschauungen über die jüdisch-hellenistische Religionsphilosophie
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 5)
- Language
- German
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über die jüdisch-hellenistische Neligionsphilosophie. 403 zu verherrlichen, zu erklären, zu begründen schreit, endlich was ihnen Waffen gegen das Heidenthum lieferte oder durch seine Verwandtschaft mit christlichen Lehren Interesse einflößte. Das sind denn Nichts wie einige apokryphe und psendepigraphe Schriften, die Werke Philo's und Josephus' — wenn n>an die letztern überhaupt hierher rechnen will — und wenige andere Bruchstücke von geringenr innererr Werthe, denen nur die Polemik oder Apologetik.jener Tage eine Bedeutung gab. So erklärt sich die Dürftigkeit dieser Litteratur, die einst einen ungemessenen Reichthunr von Geist und Kraft aufgewiesen hat, und so verstehen wir es auch, warum gerade diese, oft ganz unbedeutenden Ueberbleibsel aus jenem Zusammensturz gerettet sind, der schönere Gebäude für alle Zeit begraben hat. Doch das Verlorene bringt keine Klage uns zurück. Uns gilt es heute, diese Trümmer als Bestandtheile alter, ehrwürdiger Bauwerke an den rechten Ort zu stellen, sie nach dem Plane zu ordnen, nach dem die alten Werkmeister mögen gearbeitet haben, ein Bild von ihnen im Geiste zu entwerfen, wie es der alten Zeit vor Augen stand. Viele haben das versucht. Ist es Einem gelungen? Daß wir zunächst von der christlichen Patristik eine 1-mbesangene Würdigung jener jüdischen Bestrebungen nicht zu erwarien haben, leuchtet ein. Freilich stehen die alten Väter auf den Schultern der jüdischen Neligionsphilosophen. Freilich läßt sich von Cleiuens aus Alexandrien bis auf Johannes aus Damaskus eine fast ununterbrochene Reihe von Lehrern der orientalischen Kirche Nachweisen, die geradezu als Schüler Philo's bezeichnet werden können; Ambrosius von Mailand überträgt Methode und Lehre Philo's auch in das Abendland und am Schluffe dieses Zeitraumes vermitteln catenae und parallela sacra die Kenntniß der philonischen Schriften dem Mittelälter. Die Hinneigung zu dem bedeutendsten Vertreter des jüdischen Hellenismus blieb be- 26*