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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 9 · p. Seite 402

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der Anschauungen über die jüdisch-hellenistische Religionsphilosophie
Date
1869-01-01
Page
Seite 402 (sequence 4)
Language
German
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402 Zur Geschichte der Anschauungen chisch sprechenden — in die Verbannung unter freinde Völker geworfen. Mit dein zweiten Jahrhundert verschwindet jede originelle litterärische Thätigkeit ans den hellenistischen Gemeinden; es erlischt selbst die Erinnerung an die größten Namen der alten Hellenistischen Zeit, und wenn auch ihr stiller Einfluß selbst in Werken fortlebt, die das eigenste Gepräge des jüdischen Geistes an sich tragen, so ist doch diese Nachwirkung nur der unsichtbaren Kraft eines Fluidums vergleichbar, das, den Zeitgeirossen selbst nicht sichtbar, noch heute kannr erkannt, nur dein bewaffneten Auge des Forschers sich offenbaren mag. Das Dunkel wird nicht Heller, da die Schatten des Mittelalters dichter werdeir: bis zu Asaria de' Rosst siird in hebräischer oder aranräischer Sprache die Namen Aristobul's oder Philo's nicht geschrieben worden; irur von einzelnen hierher gehörigem Apokryphen dringt aus Uebersetzungen vereinzelte Krmde zu dem jüdischen Schriftstellern des Btittelalters.1 Inwieweit auch diese Thatsache, so befrenrdend sie nns heute erscheineir mag, doch beigetragen hat zur Erhaltung jüdischen Wesens in den jüdischen Gemeindeir; inwieweit jene Verachtung, jene Unterdrückung und Beseitigung der frenrdzungigen rrnd fremdgeistigen Litteratur das nationale Leben selbst gestärkt und an ihrem Theile erhalten hat, das kann der Gegenstand dieser Betrachtung nicht sein; aber unumwunden muß es ausgesprochen werden, daß die Erhaltung des jüdisch-hellenistischen Schriftthums nicht der Fürsorge des jüdischen Volkes, sondern einzig christlichen Gelehrten und christlichen Abschreibern zu danken ist. Freilich haben wir diesen Liebesdienst theuer genug bezahlen müssen. Die christlichen Väter und das christliche Alterthum überhaupt nehmen sich der litterärischen Erzeugnisse der hellenistischen Zeit nicht um dieser selbst willen an; ihnen liegt am Herzen — und wer könnte es ihnen verdenken — zunächst, was durch die Aufnahme in den alttestanrentlichen Kanon geschützt war, sodann was nach irgend einer Seite hin das Christenthum

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