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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 8 · p. Seite 361

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 8
Article
Tendenz und Abfassungszeit der letzten Capitel des Buches der Richter
Date
1869-01-01
Page
Seite 361 (sequence 5)
Language
German
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des Buches der Richter. 861 den Untersuchung, als schon aus der Darstellung selbst, wie Bertheau (a. a. O. S. 215) bemerkt, soviel erhellt, daß die von dem Verfasser benutzten Quellen ״eine treue Ueberlieserung von malten Ereignissen" enthalten. Sind demnach die Zeit und die Art des Vorganges durch die biblische Darstellung Hinlänglich sichergestellt: so befinden wir uns doch über die Abfassungszeit dieser Darstellung, wie über die Tendenz, welche den Verfasser beseelte, in Ungewißheit. Es bedarf hier auch der Wiederauffrischung einiger mit der Zeit verblaßten Konturen, die, wenn sie gelingt, beide Punkte zugleich aushellen dürfte. Gewöhnlich faßt man unsere Schrift so auf, als habe ihr Verfasser damit wesentlich bloß eine Sittenschilderung geben, das ״ungebundene Leben der einzelnen Stämme" ״als abschreckendes Zeichen jener Tage vor der Königlichen Herrschaft" (Bunsen, Ewald a. a. O.) darstellen wollen. Mit dem Ersteren, ich meine mit der Sittenschilderung, hat es nun allerdings einigermaßen seine Richtigkeit. Mer wenn man diese so versteht, daß sie zugleich zur Hervorhebung der Königlichen Herrschaft dienen sollte (zu welcher Auffassung man insbesondere durch Ewald veranlaßt wird): so irrt man von der eigentlichen Tendenz unserer Schrift weit ab. Insbesondere sträuben sich Anfang und Ende derselben gegen diese Auffassung. Denn hiernach müßte die zweimalige Bemerkung: ״In dieser Zeit war kein König in Israel" nur so verstanden werden, als habe der Verfasser damit sagen wollen, unter einem König hätte Das, was uns in der Schrift geschildert wird, nicht Vorkommen können. Dann aber stimmt die Anfangs- und Schlußbemerkung mit dem Inhalte der Schrift durchaus nicht überein. Denn was man wesentlich als eine Wirkung des Königthums ansehen muß, Einigung und Zusammenhalten in der Förderung gemeinsamer politischer oder religiöser Interessen, das wird grade in unserer Erzählung bei dem ״herrenlosen" Israel jener Zeit am aller-

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