Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Das Talmudstudium
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 351 (sequence 5)
- Language
- German
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DaS Talmudstudium. 351 sich Mancher in einen Feind um! — Dem Theologen liegt die unausgesetzte Beschäftigung mit dein Studium ob: auch daß er sich manches für die Praxis Ausreichende angeeignet, kann nicht genügen, das Zudenthum will im Geiste an- und fortgebauet werden. Daher erhob sich kein kleiner Sturm, als Maimonides mit seinem Meisterwerke, dein ״Jad hachasccka" hervortrat, das mit Erstaunen erregender Gelehrsainkeit und scharfer Systematik das Ganze der religiösen Vorschriften in trockenen, abgegrenzten Paragraphen brachte: das Jndenthuiir will seine Satzungen geistig aufbauen: kein Machtsprmch, kein Autoritätsglaube: der Prozeß soll sich vor unseren Augen vollziehen, wir sollen an ihm theilnehmsu und ihn mit lebendiger Kraft und Frische durch die verschiedenen Stadien begleiten. Dieses, das eigentliche, wenn inan es so nennen darf, esoterische Studium des Talmud. Die Methode des Forschens, wie sich auf allen Gebieten des Wissens entwickelt und an der Hand der modernen Kritik früher ganz unbekannte Bahnen eingeschlagen, fordert zur Beleuchtung des talmudischen Riesenwerkes nach verschiedenen Richtungen auf. Hier ist vor Allen! die gründliche Bear- Leitung einer Einleitung in den Talmud namhaft zu machen. Das Bedürfniß einer solchen Einleitung wurde schon in früherer Zeit gefühlt und es verfaßte der im 10. Jahrh. lebende Samuel Hamagid einen מבואי התלמוד; doch ist dieses Werk nur in einzelnen Bruchstücken auf uns gekommen, auch verrathen diese Bruchstücke, daß das Werk den heutigen Anforderungen nicht genügte. Dieses gilt auch von anderen ähnlichen Versuchen, wie der Schrift des N. Simfon aus Chinon, des Josua Halewi aus Telmecen, Joseph Karo, Salomon Algasi u. A. Der Talmud besteht aus 36 Traktaten, in denen tancn tische, d. i. der Mischnaperiode angehörende, und emora'itische, d. i. der nachmischnischen Periode angehörende Autoren, ferner viele ansnyme Discussionen angeführt werden. Wir sehen von den tana'ltischen Autoren, als in eine Einleitung in die Mischna gehö-