Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Der jüdisch-theologische Verein
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 4)
- Language
- German
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340 Der jüdisch-theologische Verein. nur in vertraulich eit Berathungen stattfinden könne, daß offen!־ liche Sitzurtgeu wohl dein Publikum ein Schau- und Prunkstück bieten, daß nrit ihnen auch mehr Reklame zu machen sei, daß aber dadurch die Schönrederei und Effekthascherei das Mittel zum Zweck ninkehren, die Annäherung und Verständigilng der einzelnen Mitglieder auf diesem Wege in so kurzer Zeit nicht zu erreichen sei. Die Berathung über die Resolution, in welcher der Verein seinen Standpunkt und seine Stellung zu den Zeitfragen öffentlich erklären wollte, bewährte in vollenr Maße die Richtigkeit dieser Procedur. Die höchst würdevolle Debatte bot mannigfache, glänzende und belebende Momente. Von allen Seiten wurde anerkannt, daß jeder polemische Beigeschmack diesenr Programm fernbleiben müsse; der Verein denke nicht daran, sich bis an die Zähne zu bewaffnen, Spitzen hierhin oder dorthin zu kehren. Er müsse lediglich klar und positiv, friedlich und versöhnlich feixte Stellung kennzeichnen; er brauche nur zu sagen, was er wolle; das Gegentheil würde sich Jeder dazudmken. — Eine lebhafte Debatte veranlaßte ferner der aus einem Vortrag entwickelte Antrag über die Perikopen. Sie sollen nicht ein bloßes Erbstück bleiben, das aus Pietät nur beibehalten rvird, sondern ein xnächtiger Hebel werden, die Kenntniß der heiligen Schrift rmd der hebräischen Sprache lebendig zu erhalten. Aus fast allen Reden klang die lieberzeugung durch, daß der Verein keine Umgestaltung des religiösen Lebens zurückweisen xvolle; nur müsse sie im Zusammenhänge mit der jüdischen Vergangenheit stehen und ehrlich daraus ausgehen, die Kenxrtniß unserer Neligionsguellen zxx verbreiten xtnb dadurch den religiösen Sinn zu heben rmd zu festigen. Freudige Zustimmung fand vr. Graetz, als er zum Anschluß an die Alliance isra<51ite aufforderte und die ixt der That außerordentlichen Verdienste derselben pries. Höchst praktisch scheint der Vorschlag, daß der Verein sich an die jüdischen Gemeinden wende und xnit diesen verbunden an die Ministerien eventuell