Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Der jüdisch-theologische Verein
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 341 (sequence 5)
- Language
- German
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Der jüdisch-theologische Verein. 341 an die Kammern um Einführung des obligatorischen jüdischen Religionsunterrichts an Gymnasien und Realschulen petitionire. Die Gründung einer Wochenschrift wurde angeregt und wird dieselbe demnächst ins Leben treten. Sie wird, unterstützt, aber unabhängig vom Verein, ein Sprechsaal für alle Männer der gemüßigten Richtung seiic, für alle Diejenigen, die da der lieber- Zeugung leben, die Differenzen innerhalb unserer Glaübensgenossenschaft können ohne Störung des innern Friedens ausgeglichen werden, wenn nur erst die Indifferenz und der reformistische und orthodoxe Fanatismus, die Sucht, hier immer etwas Neues auf den Markt Zn bringen, und dort das Alte absolut zu glorificiren, aus dem Felde geschlagen sind. Sie soll sich an das Volk, au die Gemeinde, an die Familie wenden, sie wird deshalb, in einem volksthümlichen Tone geschrieben, die Tagesfrageu besprechen, sie wird auch der Behandlung von Fragen, welche die Gemeindeverwaltung betreffen, ihre Spalten öffnen und besonders in einem reichhaltigen Feuilleton das Gemüths- und geschichtliche Leben unseres Volkes der Fanlilie zu. erschließen versuchen. Wenden 1uir uns von der praktischen zu der wissenschaftlichen Thätigkeit der Versammlung. Eine talmndische Real-Encrstlopädie, für welcheschonimLaufedes verflossenen Jahres einzelne MitgliederVorarbeitenangefertigthatten, soll ernstlich inAngriff genommen werden. Diese Unternehmung ist des Schweißes der Edlen würdig. Die christliche Gelehrtenwelt, die Orientalen oder Saunten sehen auf uns, auf die Vertreter der jüdischen Wissenschaft, ihnen den Talmud sprachlich und substanziell zu erschließen. Alle Arbeiten auf dem Gebiete der aramäischen Sprachforschung, der orientalischen Archäologie, selbst der neutestamentlichen Exegese und der historischm Begründung des Urchristenthums bleiben Stückwerk und geben keine befriedigende Lösung, so lange der Talmud nicht sein letztes Wort gesprochen hat. Der Talmud ist eine vergrabene Welt, welche durch wissenschaftliche, kritische Erforschung an's Tageslicht gezogen werden muß. Hierbei vermag der Einzelne gar