Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die religiösen Bewegungen der Gegenwart und das Judenthum
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 327 (sequence 4)
- Language
- German
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unb das Judenthum. 327 Wir legen zwar kein Geivicht darauf, daß derselbe absolut nichts Neues bietet; (ausgenommen die ״Affentheorie," die eben darum ein besonderes Steckenpferd einiger Materialisten ist,) denn das große Publikum weiß nicht, daß das Alles schon dagewesen ist. Aber der heutige Materialismus erklärt nichts, er steht weit hinter beit älteren Theorien eines Leukipp und Epiknr zurück, die wenigstens ernste und durchdachte Versuche machteil, die geistigen Funktionen aus der Bewegung der Atome zu erklären, auch hinter den Lucubrationen der fraitzösischen Eucyclopädisten, tvelche, bei dem dainaligen Kindheitszustande der Physiologie, ivenigstens die Behauptung riskiren konnten, die Gehirnfibern dienten zum Denken, wie die BeinmuSkeln zum Gehen. Der heutige Materialisnrus ist über bloßes Verneinen und Behaupten nicht hinausgegangen, hat noch nicht den Schatten einer Idee darüber, wie das Geistige ans Körperfunktionen hervorgehen solle, aufgestellt, d. h. zu beweisen versucht; wie kann er also denkende Menschen für sich gewinnen! Oder erklärt sich endlich die materialistische Richtung ans der Vorliebe für die Naturkunde überhaupt, ist es diese, welche dahin führt, nur die exakte Keuntnitz, das sinnlich Erkenn.- bare gelten zu lassen? Aber daraus erklärt sich nur ein Abwenden von der philosophischen und religiösen Wissenschaft, die Gleichgültigkeit gegen spekulative Theologie und Metaphysik, nicht der Haß und die Verachtung gegen die Religion, welche sich in der Bekämpfung der Lehren von Gott und Seele so deutlich aussprechen. Daß inan die Untersuchungen über Zeit, Raum, Größe, alle die naturphilosophischen Spekulationen, bei Seite gelegt, daß die Psychologie von der Physiologie in den Hintergrund gedrängt ist, ist sehr begründet; aber kein Mensch denkt daran, jene Ideen nnt der Wurzel auszurotten, aus denr Gedächtniß der Menschen zu tilgen, wie man dies in Betreff der Lehreil über Gott und Geist thnn möchte! Wir werden dem Verhältniß der Naturwissenschaft zu der religiöseil Beivegung eineil besondereil Abschnitt widmen; hier geiiüge die Hinweisung auf den alteil, unumstößlichen, schon von den Propheten deutlich genug ausgesprochenen Satz, daß Natnrerkenntniß und Religion nicht nur nicht feindlich gegen einairder stehen, sondern daß erstere die letztere fördert, sowie darauf, daß die gediegensten und gefeiertesten Naturforscher auch der Gegenwart nnt Nichten im Lager