Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Der Auszug aus Babylonien und der Dualismus in der Oberleitung des nachexilischen Gemeinwesens in Judäa
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 305 (sequence 17)
- Language
- German
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und d- Dualismus in der Oberleitung des nachexil. Gemeinwesens 305 Loblieder singen; aber sie, die Priester, sollen sich nicht überheben, die Herrschaft an sich zu reißen. Es ist eine urbane Abweisung, daß nicht die Ahroniden oder einer derselben die Krone tragen soll; sie gebühre dem Nachkomme Davids. In dem neugegründeten Zion, das Gott zu seinem Wohnsitze auserkoren, soll David das Horn hochtrageu, ihm bleibt ein Acker. H Es ist nicht wahrscheinlich, daß dieser Psalm bei Einweihung des zweiten Tempels gesungen wirrde; denn dann hätte er mehr Erinnerungen an die Wunder Gottes enthalten müssen, wodurch es dem damaligen Geschlechte möglich war, das neue Genreinwesen zu gründen imd den Tempel zu erbauen. Er scheint vielmehr ein individueller Erguß, ein polemischer Psalm zu sein, wie Psalnr 89. Diese beiden Psalmen restsktiren den Dualismus der unmittelbar uachexilischen Zeit und den Kampf, der dadurch herbeigeflihrt wurde, daß zwei Oberhäupter an die Spitze des Gemein- Wesens gestellt waren, ein Davidide und ein Ahronide; Beide hatten Berechtigung für ihre Ansprüche, und Beide hatten ihren Anhang. — Sind die Stufengesänge nachexilisch und spielt der eben erwähnte auf den Dualismus an, so kann nran den nächstfolgenden Stufeupsalm (133) ebenfalls aus dieser Zeit ungezwungen erklären. Auch er spielt auf den Antagonismus an die zwar ursprünglich zur Zierde dienen sollen (לכבוד ולתפארת), aber im Verlaufe als sühnend und heilbringend angesehen wurden, wie der Talmud angiebt בגדי כהונה מכפרים. Die Worte צדק und ישע haben hier dieselbe Bedeutung wie in Deutero-Iesaias. Die Verse wollen also nichts weiter sagen, als daß die Priester ihren Funktionen der Sühne obliegen und sich nicht zu Machtträgern aufwerfeu sollen. In dem zweimaligen ״die Chaßidäer werden lobsingen" scheintauf die Leviten angespielt zu sein: sie sollen den Gottesdienst mit Gesang versehen. Das würde noch ein Beweis für meine Ansicht sein, daß die המידים, oder was dasselbe ist, die בנדם, Leviten waren. *) Für ערכתי נר למשיחי muß man wohl setzen ניר. Der Stamm Juda heißt im Buche der Könige ניר לדוד. Die ״Lampe für den Gesalbten" giebt keinen Sinn. Frankel, Monatsschrift, xvm. 7. 20