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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 7 · p. Seite 299

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 7
Article
Der Auszug aus Babylonien und der Dualismus in der Oberleitung des nachexilischen Gemeinwesens in Judäa
Date
1869-01-01
Page
Seite 299 (sequence 11)
Language
German
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und d. Dualismus in der Oberleitung des Nachexil. Gemeinwesens 299 Erinnerung an die Verheißung für David und seine Nachkommen und Klagen über scheinbare Nichterfüllung^). Am schwersten bedrückt dem Psalmisten das eigene Unglück das Herz; denn nur sein Geschick wird in der letzten Strophe geschildert, nicht das Unglück des ganzen Volkes. Der Psalm kann sich daher keinesweges aus die Zeit ZedeKja's beziehen, wie einige Ausleger annehmen; sonst hätte etwas von der Zerstörung der Stadt Jerusalem, dem Exile des Volkes und anderem dabei vorgekommenen Elende erwähnt sein müssen. Im Grunde klagt diese Strophe mehr über Schmach, Schmähung, Erniedrigung, als über eine Katastrophe. Diese Klage kehrt ׳unter verschiedenen Wendungen wieder: ״er, der Gesalbte, d. h. der Nachkomme Da- *) Die erste Strophe 2—15, Schilderung der allgemeinen Gnade und Treue Gottes, sie sind für immer, die Welt ist durch Gnade erbaut und die Treue an den Himnrel gesetzt. (עולם V. 3 kann hier nur ״Welt" bedeuten, nicht ״Ewigkeit", das Wort steht in Gegensatz zu ״Himmel"; שמים תכין אמונתך בהם ist einfach aufzufassen wie ״ כשפים תכין אמונתךan den Himmel hast Du Deine Treue gesetzt", eine Tmesis-Construktion). Gott ist auch mächtig, seine Treue und sein Versprechen zu halten. Er beherrscht das Meer, beschwichtigt die Wellen, Nord und Süd, Tabor und Hermon, Alles ist sein Eigenthum. Recht und Gerechtigkeit stützen seinen Thron, Gnade und. Treue begrüßen ihn (יקדמו פניך). Nur V. 4—5 stören den Zusammenhang dieser Strophe und gehören eigentlich zwischen V. 30—31. Wollte vielleicht der Dichter schon im Eingänge sein Hauptthema andeuten? V. 16—19 bilden den Uebergang: ״Glücklich das Volk, das Gottes freundlichen Umgang kennt" (תרועה ist wie Hiob 33, 26 וירא פניו ״ : בתרועהEr sieht sein Antlitz mit Freundlichkeit"; Numeri 24, 21: ״ ותרועת מלך בוund der freundliche Umgang, des Königs ist in seiner!Israels^ Mitte." Stamm רוע, nicht רעע). Der Schutz des Volkes oder der König ist Gottes, stammt von Gott (V. 19). Vgl. xp 84,10מגננו ראה אלהים. Wer aber soll König über Israel sein? Diese Betrachtung bildet die zweite Strophe. David sein Haus und seine Nachkommen bis in die spätesten Geschlechter sollen aus Israels Thron sitzen. Gott hat es David feierlich verheißen, hat ein Bündnis; mit ihm geschlossen. Selbst wenn seine Nachkommen sündigen sollten, wird er sie nicht verstoßen, :licht des Thrones und Scepters umvürdig halten, sondern sie nur bestrafen. Aber die traurige Wirklichkeit entspricht diesen Verheißungen nicht. V. 39 Uebergang zur dritten Strophe ואתה זכרות ותמאס zu lesen ״ .ועתהJetzt hast Du das Haus David verlassen und verworfen."

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