Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Der Auszug aus Babylonien und der Dualismus in der Oberleitung des nachexilischen Gemeinwesens in Judäa
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 4)
- Language
- German
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292 Der Auszug aus Babylonien henpriester zu>n Kronenträger, zum Herrscher desiguirt wissen wollte. Die Worte, die er dem Symbol hinzufügt, lassen gar keinen Zweifel, daß er diese Absicht andeutete: ״Du sollst zu ihm sprechen: ״״So spricht der Herr Zebaot: ״״Sieh ein Mann, Zen: ach Z sein Name, wird von seiner Stelle aus aufblühen und den Tempel des Herrn bauen. Er wird den Tempel des Herrn bauen, und er wird die Majestät tragen, wird sitzen und herrschen auf seinem Throne und wird (zugleich) ein Priester auf seinem Throne sein."" Man kann nicht deutlicher sprechen. Der Hohepriester Jesua b. Jozadak soll zugleich Herrscher im jungen Staate sein. Aber was soll denn ans Zerubabel werden? Wird er sich nicht dieser Beraubung seiner angestammten Königsrechte widersetzen? Äuch dafür hat der Prophet ein beschwichtigendes Wort: ״Und ein Rath des Friedens wird zwischen Beiden sein". Das Wort ״Beide" hier, in diesem Zusammenhänge, kann sich doch nur auf Jesua und Zernbabel beziehen; das hätte nicht verkannt werden sollen. Der Prophet wollte offenbar damit sagen: Es sei von Zernbabels Rivalität nichts zu fürchten, er werde sich friedlich dem König-Hohenpriester nnterordnen. Es ist gar nicht zu verkennen, daß der Prophet Zacharia im Gegensatz zum Propheten Chagga't dem Hohenpriester Jesua den Vorzug vor Zerubabel ertheilt wissen wollte. Ein großer Theil seiner Prophezeiungen deuten darauf hin. Wie er ihn zuerst einführt, sehen wir deutlich, daß er ihn in der: Vordergmnd stellen will. In einem Gesichte (v. 3) sah er Jesua be- ') Das Wort צמה ist hier nicht gleichgültig. Es scheint, das; die In- Haber der prophetischen Verheißungen in Babylonien sich daran gewöhnt hatten, den inessianischcn König Zcmach zu nennen nach Jerein. 23,5, und auch nach Jes. 11,1. Daher sagt Zach. (4, 8) בי הנני מביא אתי עבדי צפרו, ich werde den Messiaskönig bald hcrbcifnhren: es sollte eine Andeutung auf das Folgende sein: Jesua wird der איש צמה, der messianische Herrscher, werden.