Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 2)
- Language
- German
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Recensionen. 279 ist es und allein sachgemäße ein neues Werk zu schreiben, als die Risse und Löcher des alten Buxtorf'schen Gebäudes mühsam auszubessern. Das gilt freilich bloß für den wirklichen Gelehrten und bloß für ein wirklich wissenschaftliches Unternehmen. Bernhard Fischers Arbeit dient nicht der Wissenschaft, sondern einer Buchhändlerspeculation, die möglichst bequem für den Autor und möglichst gewinnbringend für dm Verleger sein soll. Herr Fischer druckt daher einfach den alten Buxtorf ab und setzt seine Noten unter den Text, das ist Alles, und das ist freilich bequem. Herrn Fischers Wörterbuch soll auch gewinnbringend für den Verleger sein; die Concurrenz des Lewy'schen Werkes muß daher unschädlich gemacht werden. Wie wird das zu erreichen gesucht? Gin nobler Kaufmann geht seinen Weg, unbekümmert unr Concurrenten. Diese zu schmähen, sich und seine Waare auf Kosten Anderer anzupreisen, hält er für unedel und seiner rmwürdig. Ein echter Gelehrter freut sich, wenn er auf seinem Wege einen Mitarbeiter findet, belehrt ihn, um selbst belehre zu werden, fördert ihn, um selbst gefördert zu werden. Ein gemeiner Krämer schreit mit lauten Worten seine Waare aus, schimpft auf seine Nachbarn; er sucht mit Einem Worte die Concurrenz ״tobt zu machen." Und todtmacheu will Herr Fischer das Lewy'sche Werk. Zunächst muß die eigene Waare herausgestrichen werden. Dies konnte in der pomphaften Vorrede nicht ausreichend geschehen; darum ward Herr Dr. Fürst in Leipzig herbeigerufen, um mit vollen Backen Herrn Fischers That zu preisen (p. XIII f.). Delitzsch, der, gewiß ohne es zu ahnen, zu gleichem Zwecke eine Empfehlung abgeben sollte, hilft sich mit einigen Nichts sagenden Worten aus der Schlinge und spendet Herrn Lewy kein geringeres Lob als Herrn Fischer (p. XIV). Damit aber Niemand an Fürst's Zeugniß zu nurkein sich erfreche, ward höflicher und kluger Weise Herr Dr. Fürst durch eine ausführliche Biographie und durch himmelwärts strebende Exclamationeu als die Krone Aller, die seit Buxtorf für chaldäische und talmudische Lexicographie gearbeitet haben, hingestellt (p. XIII). Den: armen Lewy aber ergeht es herzlich schlecht. Die enim — so poltert Herr Fischer (p. XII) — opus conscripsit, in quo difficile est dignoscere, utmm arrogantia praeslet, an stupiditate. In diesem süßen Tone geht es weiter mit Worten, die anzuführen wir uns schämen. In diesem süßen Tone schimpft der Marktschreier auf das ehrliche Werk eines Eoncurrenten, er, der Schönhake's ebenso unbedeutendes, wie absurdes Büchlein ערוך החדש ein bonus über nennt (p. XII). Aber beweist das nicht den Gerechtigkeitssinn Fischer's? Ist nicht Schönhake ebenfalls ein