Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 1)
- Language
- German
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278 Recenswiren. Recensionen. Johannis Bnxtorfii Lexicon Chaldaicmn, Talmudicum et Rabbinicum. Denuo ediclit et annatotis (so auf dem Deckblatte) auxit Bernhardus Fischerus. Yolumen priinum. Die Chaldäische Lexicographie beginnt allmälig aus dem tiefen Schlafe zu erwachen, in dem sie seit Jahrhunderten versunken war. Manche schöne Einzelleistung haben die letzten Jahrzehnde hervorgebracht. Die Forschungen Sachs' haben die Beziehungen der talmudischen Sprache zum klassischen Alterthume hell beleuchtet und im vorigen Jahre hat Lewy's großes Chaldäisches Wörterbuch seinen Abschluß gefunden. Dies Werk, die Frucht eines mehr als zwanzigjährigen Studiums, hat seine unparteiische Würdigung in diesen Blättern früher gefunden. Der Reichthum des hier gebotenen Materials, die umfassende Gelehrsamkeit des Verfassers, seine Belesenheit in den rabbinischen Schriften, die nach Handschriften und besten alten Ausgaben zum erstell Male darin gebotene Berichtigung unzähliger Lesarten im Talmud und den Targumim zwingen auch den zur Anerkennung, der gegen die Fehler dieses Merkes nicht blind ist. Die Menge der Vorzüge, nicht die geringe Zahl der Schwächen entscheidet über den Werth eines so bedeutenden Unternehmens. Kurz nach dem Erscheinen des Lewy'schen Wörterbuches tritt ein Herr Bernhard Fischer, der sich als Nedacteur eines jüdischen Kladderadatsch in gewissen Kreisen einer: Namen gemacht hat, mit einen: Concurrenzwerke hervor. Er hat Buxtorf's Wörterbuch neu herausgegeben und mit zahlreichen eigenen Bemerkungen versehen. Ein verzweifeltes Wagniß. Trotz dem nicht genug zu rühnlenden Fleiße des unermüdlichen Buxtorf reichte doch seine Gelehrsamkeit auf den: Gebiete der klassischen, orientalischen und vor Allem der rabbinischen Litteratur nicht aus, um allen gerechten Ansprüchen zu genügen. Ja, selbst wenn Buxtorf zu seiner Zeit das Höchste geleistet hätte, was geleistet werden konnte, so sind doch die Fortschritte der Sprachwissenschaft in den mehr als Zweihundert Jahren, die seitdem verflossen sind, ansehnlich genug, un: dies Buch heute als völlig antiquirt erscheinen zu lassen. Jede Bearbeitung desselben muß eine Umarbeitung werden, wenn der Bearbeiter sich und uns genügen will. Leichter aber