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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 6 · p. Seite 254

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 6
Article
Der Auszug aus Babylonien und der Dualismus in der Oberleitung des nachexilischen Gemeinwesens in Judäa
Date
1869-01-01
Page
Seite 254 (sequence 14)
Language
German
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254 Der Auszug aus Bcchylomen den klaren Sinn dieses schönen Psalms. Der Sinn ist ungekünstelt: ״Ich wünschte,^ daß ich weilte in Mesches daß ich wohnte bei Kedars Zelten! Lange weilt meine Seele bei den Friedensfeinden. Wenn ich auch Frieden spreche, so sind sie zum Kriege (gerüstet)." — Der zweite Stufenpsalm, einfach und dichterisch, läßt sich ganzgut auf denselben historischen Hintergrund zurückführen, wenn er auch nicht dazu nöthigt: ״Ich hebe meine Augen zu den Bergen, woher wird mir Hilfe (gegen die Feinde) kommen? Meine Hilfe kommt vom Herrn." — Der vierte Psalm wünscht der Stadt Jerusalem, ihren Freunden und Verehrern Frieden (von den Feinden) wegen des Gottes-Tempels, damit er ohne Störung erbaut werden könnte?) Die ersten Verse dieses Psalmes geben die Nückerinnerung der Stiuunung, von der die Exulanten erfüllt waren, als es hieß, ״wir werden zum Tempel Gottes ziehen," und als sie in den Thoren Jerusalems (staunend) stehen geblieben sind?) Dann singt der Psal- ג) Zweierlei haben sämmtliche neue Ausleger in diesem Psalm verkannt, darum ist ihre Uebersetzung und Erklärung desselben schief ausgefallen. אויה nehmen sie hartnäckig — אוי als Jnterjection; darum müssen sie die Perfecta: שכנתי, גרתי gegen den Sprachgebrauch als kategorisches Präsens nehmen. אני שלום nehmen sie eben so gegen alle Analogie als Adject. Nimmt man aber אויה לי als Wunschpartikel von,אבי — אוד von אבה Hiob 34, 86 (nach dem Targum ״ :(צביבאWunsch ist mir, ich wüns Hedann sind die Perfecta als Conditionalformen oder Conjunclive aufzufassen: ״das; ich wohnte bei wilden und räuberischen Völkerschaften." — שונא שלום ist als Plural zu nehmen — שנאי שלום. Und der letzte Vers braucht bloß als Inversion genommen zu werden אני שלום כי אדבר ״ :.וכי אני אדבר שלום —so oft ich auch Frieden spreche" (wie öfter דבר שלום), so giebt das Alles einen passenden, schönen Sinn, und man braucht nicht zu Künsteleien Zuflucht zu nehmen. 2) Den Mittelpunkt des Gedankenganges in diesem Psalm giebt der Schlußvers: למען בית ה׳ אלהיכו אבקשה טוב לך. Die vorangehenden Verse wünschen Jerusalem Frieden und Ungestörtheit; ״ ישליו אהביךDeine Freunde mögen Frieden genießen." 3) Der Vers עומדות היו רגלינו ist durchaus als Präteritum zu fassen, wie mehrere Erklärer richtig erkannt haben; er darf nicht als Präsens abgeschwächt werden. Die Ausll. haben indeß eine Bedeutung des

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