Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Auszug aus Babylonien und der Dualismus in der Oberleitung des nachexilischen Gemeinwesens in Judäa
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 13)
- Language
- German
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und der Dualismus in der Oberleitung des nachexilischen 258 diesen ״allen" Feinden nicht blos die Samaritaner, sondern auch die andern feindseligen Nachbarvölker 51t verstehen. Durch diese Annahme lassen sich viele Stufengesänge 1j auf die unmittelbar nachexililche Zeit zurückführen, wie schon Tiling^) zum Theil erkannt hat, bis Hitzig das Chaos wieder herbeiführte, per fas et nefas momöglich sämultliche Psalmen makkabäisch zu machen. — Der erste Stufenpsalm (120) spricht von der lügenhaften Sprache, der trügerischen Zunge der Feinde (Zrons oder Juda's und Benjamins). Es kann allerdings sich auf die Samaritaner beziehen, welche die Judäer bei den persischen Königen und Satrapen verläumdeten; es kann aber auch auf die Ränke und Verführungskünste anspieleu, welche dieselben anwendeten, um das Volk zu hindern, den Tempelbau zu vollenden (Esra 2, 4). Wie verkannt hat aber auch die neue Auslegung das für טרם, בטרם gesetzt ist. Sachparall. Hiob 8, 12. עדנו באבו ״ ,לאיקטף ולפני כל חציר ייבשes ist noch am Stengel, soll noch nicht abgemäht werden rc." 0 Interessant ist die Halsstarrigkeit christlicher Ausleger gegen Alles, was von ״Rabbiuen" stammt, und wenn es noch so einleuchtend ist. Jeder Unbefangene findet die Erklärung der Mischna vortrefflich, daß die 15 Stufengesänge mit beit 15 Stufen Zusammenhängen, welche vom Frauen- Vorhof des Tempels in den Männer-Vorhof hinaufführten, auf denen die Leviten Psalmen zu singen pflegten (Middot II 5. וט״ו מעלות עולות מחובה לעדת ישראל כנגד ט״ו מעלות שבתהלים שעליהן הלויים אומרים בשיר). Die LXX giebt eben so wieder cpdij tcov ävaßaOpuov. Aber weil die Nabbinen es so erklären, ist es bei de Wette ״eine Fabel", und bei Hupfeld heißt es (IV S. 251) ״geschichtlich ist weder von dieser Treppe, noch von der angeblichen Sitte, etwas bekannt." Die Mischna oder der Tradent für diese Erklärung, R. Eliser b. Jakob, der den Gottesdienst im zweiten Tempel noch gesehen hat, bietet für Hupfeld keine geschichtliche Garantie. Hätte ein Kirchenvater aus dem dritten oder vierten Jahrhundert diese Erklärung trabtet, so wäre die Thatsache geschichtlich erwiesen. Es ist daher nicht aufsallend, daß christliche Erklärer bei ihrer lächerlichen Antipathie gegen Alles sog. Rabbinische bei jedem Schritte straucheln und zu keiner befriedigenden Exegese gelangen. 2) Eduard. Tilingii disquisitio de ratione insciiptionis XV psalmm, cjui dicimtur 1760 ,שיר המעלות,