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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 5 · p. Seite 231

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 5
Article
Rabbi Israel Isserlein
Date
1869-01-01
Page
Seite 231 (sequence 8)
Language
German
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Rabbi Israel Jsierlein. 231 -er es heißt "״החולי פודיגרא קשה כפה2^ לכשר ה<פה, bemerkte Jsserl. seinen Schülern, es sei nicht so arg; faum aber hatte Jsserl. die Lection zu Ende gebracht, da sing er an, sehr heftig über Gichtschmerzen zu klagen, wie noch nie zuvor. Jsserl. schrieb dies der Sünde zu, die in seiner Bemerkung zu jenem talmudischen Ausspruche liege und nahm sich fest vor, künftighin mit dergleichen Aeuszerungen vorsichtiger zu sein. Als einst der Verfasser des L. I. fragte, was er, der bereits ein so alter Mann sei, doch noch für Intereffe an das Kommen des Messias haben könne, entgegnete er: ״wenn ich den Messias auch nur 2/י Stunde sehen könnte, würde ich dann gerne sterben." Charakteristisch ist folgender Zug: Als einst ein Mönch nach Neustadt kam — vermuthlich war es der bekannte Franziskaner Johann von Capristano, dem 1451 in Neustadt als einem großen Propheten und Wundermann gehuldigt wurde, s. Muchar, Geschichte Steyermarks, Bd. 7, S. 364 — und in seiner Predigt ankündigte, er wolle Wunderdinge verrichten, ließ Jsserl. erklären, er wolle dem Mönche, so dieser durch's Feuer ginge und unversehrt bleibe, sofort Nachfolgen, vorausgesetzt, daß der Kaiser selbst darauf achte, daß die Christen nicht in irgend einer Weise einen Betrug dabei spielen ließen. Der Mönch machte sich hierauf unverrichteter Sache aus dem Staube, indem er ohne Weiteres aus der Stadt verschwand (L. I.). Dagegen ist von Jsierl. zu erwähnen (der auch der divergirenden Ansicht seiner Vorgänger entgegen, wie der Maharil einen weißen Hahn zum Umschlagen der כפרה wählte), daß er einem Kranken' gestattete, einen Zauberer zu befragen, wenn dieser nicht gerade zu der Kategorie der in dem Pentateuch verbotenen Zauberer gehöre (?68. n. 96). Doch den (Hallayschen) Kometen im Jahre 1456 Zu beobachten, dazu konnte er aus ängstlicher Rücksicht auf eine Vorschrift des Semag erst nach längerer Zeit sich entschließen. Er sah den Kometen vom Thurme der Judengasse in Neustadt aus und bemerkte bei dieser Gelegenheit den ihn Umstehenden, daß der Komet mit seinem Schweife nach Wien sich wende. Wirklich wurde, wie der Vers, des L. I. hierbei referirt, in demselben Jahre der Fürst von Wien in Prag vergiftet und der Sohn des Fürsten, der die Verfolgung in Wien angestiftet hatte (s. oben S. 134), ' durch den König von Ungarn getödtet. Es waren dies Ladislaus, der 1457 in Prag war, um mit seiner Braut getraut zu werden, dort aber vergiftet winde und am 23. November 1457 starb, und Graf Ullrich von Cilly, der am 10. November 1456 in Belgrad ermordet wurde (s. Muchar, Band 7, S. 418). Wir schließen hieran noch einige andere geschichtliche und culturhistorische Mittheitu.rgen, die wir bei einer eingehenden Lectüre der Schriften Jsserl.

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