Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Rabbi Israel Isserlein
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829374-2829380-2864352--12046-2864407- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Rabbi Israel Jsserlein. 229 ntan bei den preußischen Ordensbrüdern (bei I. Weil dort: ״Deutschherren" gerrannt) eine Ausnahnre machen dürfte, da ihr Kreuz nur ein Abzeichen dafür sei, das; sie dem Ordenslande angehörten. Auch wollte Jsserl. (Ter. liad. n. 195), daß die Neujahrsgeschenke für Geistliche und Obrigkeit nicht am Neujahrstage selbst, sondern einen Tag vor- oder nachher verabreicht werden sollten?) Das Verbot des 018 ׳arua im Namen des Nieser ans Böhmen, den christlichen Geistlichen Papier und Tinte zu verkaufen (s. a. Zunz, zur Gesch. S. 180) dehnte Jsserl. auch ans den Verkauf von Fiederwischen zu Federn für die Scholaren ans; machte dagegen (?68. 11. 27 und L. I.) bei dem Verbote, christliche Bücher zu verkaufen, insofern eine Ausnähme, indem er den Verkauf eines solchen Buches gestattete, dessen Inhalt dem Verkäufer unbekannt sei, da die meisten Bücher der Christen aus Werfeit der Rechts- und Arzneikunde, der Mathematik, Astronomie und Musik beständen. Auch ein geistliches Buch dürste man vielleicht verkaufen, aber nur all einen Laien, nicht an einen Geistlichen?) — Allerdings nur eine schwache Repressalie gegen die Geistlichen, welche bei Gelegenheit des (im Jahre 1450 vom Papste Nicolaus V. verkündeten) Jubilats in ihren Predigten zu Excesselr gegen die Juden anstachelten, die auch wirklich an einigen Orten ausbrachen, während an anderen die den Juden schuldigen Zinsen gestrichen wurden. Jsserl. ließ zur Zeit die ganze Gemeinde, selbst die Talmudjünger und die Jugendlehrer durch den Synagogeudiener zusammenberufen und eröffnete ihnen Folgendes: ״Ihr habt gehört, daß die Christen sich rüste!;, nach Rom zur Feier des Jubiläums zu ziehen. Ihr möget nun das dieserhalb vewrdnete Fasten annehmen, damit Gott sich unser erbarme." Alle stimmten zu, nur ein Vorsteher, der sich mit Augenschmerzen entschuldigte, erklärte sich für die Entrichtung einer Geldspende bereit, die Jsserl. bereits früher für solchelr Fall festgestellt hatte. Zur Zeit war in ganz Oestreich kein alter Mann, der der Ereignisse vor 50 Jahren bei der letzten Jubilarfeier sich zu. erinnern wußte. Wiewol Jsserl. in einer solchen Zeit lebte, in einer Zeit, in der die Christen bei einem ausgebrochenen Brande die Juden nicht selten in's Feuer stießen, wenn sie ihre Habseligkeiten aus dem Feuer zu retten versuchten, י) In den ר״מא zum Jore deali § 148 übergegangen. Nach L. I. 70d. pflegte man am Rhein auch am 33. Tag im Omer Geschenke an Christen zu schicken. a) In den Pesalp-ai dort 11. 27 ist zu emendiren משום דאלפכי דלפכי לא קפדינן.