Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Ein französischer Socialist über die Bedeutung des Messianismus
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 9)
- Language
- German
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218 Ein französischer Socialist an dieser mit dem Judenthum innig verwachsenen Anschauung zu rütteln, wogegen jedoch namentlich in jüngster Zeit von verschiedenen Seiten Protest erhoben wurde. Ist es jedoch nicht seltsam, wenn Huet von demselben Katholicismus, dessen Widerstreben gegen die messianische Idee er selber anerkennt, wiederum behauptet, auch in seiner verstümmelten Gestalt sei er der Erhaltnng des Messianismus förderlich gewesen? Ist es nicht fast unbegreiflich, wenn er sich selbst mit der Glaubenstyrannei der römischen Kirche ausznsöhnen weiß, weil durch sie wahrscheinlich die kirchliche Institution gerettet worden sei? Huet macht da einen eigenthümlichen Proceß durch. Offenbar gegen das Christenthum als Kirche eingenommen, weil durch sie der messianische Gedanke ertödtet wurde, identistcirt er hier Messianismus und Christenthum, und dieses wiederum mit der römischen Kirche, vergißt aber, daß ihm bei dieser Umsetzung das verloren geht, was ihm am Urchristenthum das Werthvolle war, nämlich der messianische Gedanke. Und so gelangt er denn endlich zu der in seinem Munde höchst seltsamen Conclusion: Wer anders konnte mit der barbarischen Wildheit fertig werden, wenn nicht die römische Gewalt? Ein erniedrigtes, entstelltes Christenthum war immer noch besser, als der Untergang des Christenthums. Wenn Huet dann auf die Besprechung der religiösen Revolution in der Gegenwart übergeht und den Zersetzungsproceß beschreibt, wie er sich in den verschiedenen Confessionen äußert, so begegnen wir auch hier neben manchem tiefen Gedanken einem gewaltigen Mißverständnisse, welches ihn namentlich für die Bestrebungen und Zielpunkte des modernen Judenthunis blind macht. Seine ganze Auffassung des Christenthums drängt ihn dazu hin, dem Judenthume volle Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, welche er ihm auch in der That nicht versagt. ״Die Juden vertreten eine wichtige Branche unserer legitimsten Voreltern; außer einer kindlichen Dankbarkeit sind wir ihnen eine Genugthunng schuldig. Nachdem wir sie grausam verfolgt haben, versagen wir ihnen oft die gebührende Ehre, die moralische und religiöse, namentlich aber die sociale Revolution in der Menschheit eingeweiht zu haben. Unsere freiesten Kritiker, die Strauß, die Renan, verstehen es nicht, Israel gerecht zu werden." Dies Mes aber erkennt Huet nur an, indem er das Judenthum als