Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Religionsdiputation des R. Jechiel von Paris 1240 am Hofe Ludwigs, des Heiligen, ihre Veranlassung und ihre Folgen
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 8)
- Language
- German
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200 Die Religionsdisputation des R. Jechiel von Paris 1240 am Von Neuem sucht der Apostat zu beweisen/) daß der Vorwurf der Unkeuschheit auch von den Christen gelte, da der Keim der Gier, welchen die Schlange der Cva eingeflößt, nach dem Talmud auch in Israel nur durch das Empfangen des Gesetzes am Sinai erstickt worden ist. Jechiel hält trotzdem seine frühere Erklärung aufrecht, umsonrehr, als die Christen selbst behaupten, das Gesetz erhalten zu haben, und Jesus erklärt habe, er sei nicht gekommen, dasselbe aufzulösen. Folglich müsse ja auch bei ihnen der sündige Trieb unterdrückt sein. Den letzten in unserem unvollständigen Ms. (Z 22) enthaltenen Anklagspunkt bilden die im Achtzehngebete enthaltene Verwünschungsformel, welche nach Nicolaus' Dentung gegen die Apostaten (משומרים), die Geistlichkeit (מינים), den König und das gesammte Volk (;מלכות ורו) gerichtet sei, sowie daß Geistliche und Abtrünnige nach talmudischer Lehre nie endenden Höllenqualen unterworfen wären.'ch Jech. erwidert, das Gebet gegen die Apostaten enthalte den Wunsch, daß sie in ihrer Bosheit beharrten, um nicht durch Reue sich Straflosigkeit zu erringen. "!״מי dagegen bedeute nicht Geistliche oder Jünger Christi, wie Donin es erkläre, sondern Leute, die wie Nieolaus selbst, nur an das geschriebene Gesetz glauben. Aus den Einwand, daß Raschis) die Erklärung ״Jünger Christi" gebe, bestreitet Jech. die Alleingültigkeit der Erklärungen dieses Meisters, da ja im Gegentheile R. Tam, R. Jizchak, sowie viele Andere oft seine Deutungen bekämpft hätten. Uebcigens passe;מי ganz gut auf die unmittelbaren Nachfolger Christi/) die, von Geburt '1 חביבה לנו בהמתם של ישראל (Aboda Sara 22b. u. a. a. 0.) ist wohl noch unter 8 20 zu rubriciren. *)אבל המיני; והמסורות והאפיקירסין Rosch Haschana 17 a. 3) Selbst in der uncensirten ed. Amsterdam I. c. findet sich das nicht. 4) Dies war wohl der Grund, weshalb auch die Commentarien des Talmud mitverbrannt wurden. Hillel von Verona: הסררים והפירושים, SchibbuleHaleket (Scliorr im Zion) ספר׳ התלמוד והלכות, Jmiocenz' IV. Brief: tum praedictum — librum, qnam alios gnosdam cum Omnibus glossis etc.