Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 4)
- Language
- German
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Recensionen. 185 die Glanzpartie der ganzen Abhandlung bezeichnet werden. Die hier gewonnenen Resultate über die Quellen des II. und IV. Makkabäerbuches und über den bisher blos dem Namen nach bekannten Geschichtschreiber Jason von Cyrene haben Anspruch aus die sorgfältigste Beachtung der Theologen und Historiker. Ein den Gang der Untersuchmrg kurz zusaminenfassendes Referat zu liefern, hieße ein Unrecht an dem Verfasser begehen und das Interesse verkürzen, mit dem die Leser sicherlich den Verfasser auf dem Wege zu seinen Resultaten begleiten werden. Die ausfallende Uebereinstinnnung des IV. Makkabäer-Buches mit dem II. in der Behändlung des Stoffes, in Worten und Gedanken drängt zu der Annahme, daß entweder ein Buch das andere benutzt hat, und es fragt sich, welches ist Original, welches Copie, oder beide Bücher sind selbstständige Bearbeitungeu eines und desselben älteren Geschichtswerkes. Die erste Annahme wird widerlegt und durch eine eingehende Untersuchung der Nachweis geführt, daß das 5 Bücher umfassende Geschichtswerk des Jason von Cyrene, als dessen Auszug sich das II. Makkabäer-Buch selbst hinstellt, auch dem IV. M.-B. Vorgelegen habe und in demselben selbstständig benutzt worden sei. Die Schwierigkeit dieser Untersuchung wurde dadurch vergrößert, daß von dem Jasonschen Werke keine Zeile erhalten ist, und die Möglichkeit einer Benutzung des II. M.-B. durch das IV. sich als ein sehr bequemes Auskunstsmittel darbot. Indem nun das IV. M.-B. als eine zweite wenn auch dürftige Epilome des Jason neben dem als solche sich selbst bezeichnenden II. M.-B. anerkannt wird ״ist nicht blos ein sicheres Urtheil über den Werth und Unwerth Pseudo-Josephus als Historikers, sondern auch Einblick in die Composition des II. M.-B. und eine wenn auch beschränkte Kenntniß der Jasonschen Schrift" gewonnen. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchung sind: ״Jason's Werk war eine Sammelschrift, welche über dasselbe Ereigniß oft ganz von einander abweichende Berichte gab. Das II. M.-B. hat diese bisweilen neben einander gestellt, bisweiten kritiklos znsammenfallen lassen. Ueberall, wo Pseudo-Josephus mit dem II. M.-B. wörtlich übereinstimmt, sind Fragmente aus Jason's Merk erhalten." Der IV. Abschnitt verbreitet sich über Zeit und Ort der Abfassung unserer Schrift. Im Gegensätze zu Volkmar, der die Abfassung derselben mu die Zeit der Hadrianischen Verfolgung setzt, unterstützt der Verfasser mit zahlreichen Gründen die bereits von Ewald ausgesprochene Ansicht, wonach unsere Predigt in die letzten Jahre vor der Tempelzerstörung fällt. Der der Predigt als Thema dienende Satz, daß Frömmigkeit und Vernunft