Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 5)
- Language
- German
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Recensionen. 86 ג über Lust und Leid, über Liebe und Haß siegen können, soll die Zuhörer stählen gegen das süße Gift griechischer Lebensanschauungen. Die alte Erzählung von dem Heldentode, der Geisteskraft der Märtyrer soll das verweichlichte Geschlecht zu gleicher Opferfreudigkeit begeistern. Die Predigt wurde wahrscheinlich am Chanukka-Feste gehalten; denn die Breite, mit der die Geschichte der Makkabäerzeit in dieser Rede über die Herrschaft der Vernunft behandelt wird, kann nicht aus dem Thema, sondern aus dem gegebenen Anlaß erklärt werden. Gegen die neuerdings aufgenommenen Versuche, unsere Schrift dem Flavius Josephus zu vindiciren, hält der Verfasser an der Pseudonymität desselben fest. ״Mag der Biograph des Flavius Josephus es bedauern, daß aus der Reihe seiner Schriften diejenige ausscheidet, die ein schönes Denkmal der Vaterlandsliebe der philosophischen und rednerischen Bildung ihres Verfassers ist; .der Werthschätzung unseres Buches selbst kann es nur förderlich sein, daß nicht der Mann den Preis todesmuthiger Glaubenstreue in ihr niedergelegt hat, der Alles verstand, nur nicht Märtyrer 31t sein." Bei all der liebevollen Sorgfalt, die der Verfasser unserer Schrift Zugewandt hat, wußte er sich doch vor der naheliegenden Gefahr, den Werth derselben zu überschätzen, fernzuhalten. ״Bei aller seiner Bildung war Pseudo-Josephus kein tiefer Denker und ein gar schlechter Historiker .... und freilich ist es nicht die höchste Stufe rednerischer Kunst, auf den er steht.Doch wenn auch der philosophische und ästhetische Werth der Schrift noch viel geringer sein sollte als er in Wirklichkeit ist, den Forscher zieht es nicht grade innuer zu den vollendeten Schöpfungen des Menschengeistes hin. Ihre reine Schönheit ist der Nachwelt Muster und Bewunderung; aber verständliche Antwort auf die schwierigsten Fragen der Geschichte, ist oft genug in Schriften geringen Kunstwerthes zu finden, die, an die Endpunkte der Zeiten gesetzt, von den Wegen Kunde geben, auf denen der Geist der Völker von einem zuw andern schreitet. Nach dieser Seite kann unsere Schrift nicht keicht überschätzt werden." Das vorstehende Referat, das den Gang und die Resultate der Arbeit zumeist mit den eigenen Worten des Verfassers übersichtlich zur Anschauung zu bringen bemüht war, mußte natürlich innerhalb seines engen Rahmens das gelehrte Detailwerk und die (besonders gedruckten) größeren Excurse der Arbeit, die derselben in den Augen sachkundiger Beurtheiler zur nicht geringen Zierde gereichen, unberührt lassen. Jeder wissenschaftliche Leser wird aus der vorliegenden Arbeit, die sich auch durch ihre nicht häufig anzutrefsende gefällige Form auszeichnet, mannigfache Belehrung und An--