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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 4 · p. Seite 184

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1869-01-01
Page
Seite 184 (sequence 3)
Language
German
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184 Recensronen. Den mächtigsten Einfluß auf die jüdische Weit übten Plato und die Stoa, ״jener durch die Hoheit feiner Gedanken, durch den fast prophetifchen Schwung seiner Sprache, durch die geheimnißvolle Tiefe seiner Mythen," diese ״durch die straffe Richtung ihrer Ethik, die aus der politischen Zerrissenheit und der moralischen Verkommenheit des nachalexandrinischen Hellenenthums in die Stille der Entsagung und der Selbstbetrachtung flüchtete." Unerheblicher sind die Einwirkungen des Pythagoreismus und des Peripatos. Pseudo-Josephus steht mm keiner der griechischen Philosophenschulen so nahe wie der stoischen. ״In Kunstausdrücken und Anschauungen, in Definitionen und Divisionen zeigt sich eine oft wörtliche liebereinstimmung mit stoischen Lehren." Die bei den Alexandrinern so üppig wuchernde allegorische Deutung wird von Pseudo-Josephus verschmäht ״die Gebote und Verbote bleiben, was sie dein Gesetzgeber waren; die Personen werden nicht, wie bei Philo, Zn psychologischen Eigenschaften verflüchtigt, sondern treten in kräftiger Gestalt vor uns auf. In allen diese!: Punkte!: steht Pseudo-Josephus den Schrifterklärungen der Palästi-!:enser näher als den Jnterpretationskünsten Philo'S und seiner Geflossen. Das Gesammtergebniß der mit großer Sorgfalt angestellten Untersuchung saßt der Verfasser mit den Worten zusamme!:: ״Pseudo-Josephus ist kein spekulativer Kopf in: wahren Sinne des Wortes; denn nirgends finden wir Zeugen wirklicher Originalität des Denkens. Er ist auch nicht der Mann, der die philosophischen Gedanken Anderer durch eine glänzende Darstellung wie neu geschaffen erscheinen lassen konnte. Aber er ist ein klar denkender Kopf, der aus verschiede!:en Systeme:: mit reifem Urtheil zusammensucht, was seiner Denkungsart sich fügen will, der, obgleich Stoiker in den Grundzügen seiner Ethik, sich gänzlich lossagt von ihrer Metaphysik und auch ihrer rigoristischen Moral kühn entgegentritt. Es ist sein entschiedener Vorsatz darzuthun, daß das jüdische Gesetz allen Forderungen des Denkens entspreche, aber er erweist das durch einfache Deutungen der Schrift, nicht durch gewaltsame allegorische Deuteleien.Er unternahm, einen ehrlichen Bund zwischen Glauben und Denken zu schließen auf Grund der Erkenntnis;, daß seine Religion nicht eine Religion unnatürlicher Weltflucht, sondern kräftiger Selbstbeherrschung sei." (71—72). Der III. Abschnitt gewährt einen Einblick in die historische Rüstkammer des Pseudo-Josephus und erörtert bei der Betrachtung der historischen Bestandtheile der Schrift die Frage, in welchem Verhältnis; sie zu den sonstigen Berichten über die Zeit der Makkabäer stehen. Dieser an kritifchen Lichtblicken und geistvollen Combinationen reiche Abschnitt darf als

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