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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 4 · p. Seite 180

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 4
Article
Rabbi Israel Isserlein
Date
1869-01-01
Page
Seite 180 (sequence 4)
Language
German
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180 Rabbi Israel Jfserlein. halten. Erst das Edict des Kaisers Maximilian d. d. Schwäbischwerder, 19. März 1496 vertrieb die Juden aus Steyermark, Neustadt und Neukirch, wofür die Stände 30,000 Fl. als Ablösung für die Judensteuer an den Kaiser zahlten?) Jsserl. aber lebte in Marburg zur Zeit, als ״Israel noch wohnte unter seinem Weinstocke;" denn die Juden seiner Zeit beschäftigten sich wie die Christen wol auch mit Handel, nicht minder aber auch mit Feld- und Weinbau?) Eine äußere drängende Veranlassung war es wol nicht, die Jsserl. seinen Wohnsitz von Marburg nach Neustadt, dessen Gemeinde bereits in seinem Sprengel lag und für die er ohnedies bisher entschied (I. Brun, Resp. n. 33), verlegen ließ, da er oft dahin zurückzukehren pflegte (ohne den Seinigen irgend einmal den Grund seiner Reise anzugeben; er machte diese gewöhnlich in Begleitung des Verf. vom L. I., entweder bei Nacht oder vor Tagesanbruch, wiewol der Weg unsicher war und es über Berge und gefährliche Gruben ging). Neustadt* * 3) bildete aber von jeher einen berühmten Sitz jüdischer Gelehrsamkeit; hier lebten und lehrten früher Moses ben Chisdai aus Tachau (Zunz, Literat. S. 316, ferner Chaim b,. Moses, mit dem der Verf. des 01* sarua correspondirte (Zunz im Kamaskir 1866, S. 24), Chaim, Sohn des Verfassers von 01׳ sarua (vebarün Atildm S. 8), Moses Neumark Cohn, der Schwiegervater des Maharil, Schalom ben Jsaac, genannt השר, Aaron der Märtyrer und die zu den ersten Frommen (חסידים הראשונים) gezählten Muschel und Truschtel, erwähnt in den Minliage Maliaril am Ende, in den Resp. I. Bruna 6ä. Stettin S. 94 und י) Dazu erlaubt sich noch 1840 der Stadlpfarrer Leithner in seinem Versuch einer Monographie über Judenburg S. 16 folgende Worte: ״So sind demnach 343 Jahre verflossen, seit dieses verachtete Volk in unserem Vaterlande und in dieser Stadt heimisch war" — aber was ist dieses tobte Wort im Munde eines feindseligen Geistlichen gegen den lebendigen Geist, mit dem die Neuzeit die östreichischen Völker durchdringt! *) S. Ter. liad. 11. 342 und I. Bruna Resp. n. 33 כי מרירי עתה בבציר. 3) Gewöhnlich ניאושממ geschrieben, bei Hagahoth Maimuni in Hilcliotli אישות c. 18 נוונשמאדם, in vebarim Attikim S. 8 כוואשמט, auch im Altdeutschen Niunstatt, Nuwenstatt und Newestatt (s. Förstemann's Namen- Luch) genannt; in den Resp. I. Bruna's ed. Stettin ist dieser Name häufig bis zur Unkenntlichkeit corrumpirt. — Daß überall hier Wiener-Neustadl gemeint sei, geht aus L. I. II. 79b. hervor, wo es als 10 Meilen von Preßburg entfernt, angegeben wird.

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