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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 4 · p. Seite 181

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 4
Article
Rabbi Israel Isserlein
Date
1869-01-01
Page
Seite 181 (sequence 5)
Language
German
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Rabbi Israel Jsserlein. 181 in Pes. n. 99. Hier hatten auch etwas später als Maharil unser Jsserl. in Gemeinschaft mit Meisterlein ihre Studien bei Aaron Blumlein, dem Märtyrer, gemacht, hier waren sie auch Beide später gemeinsam im Rabbinate thätig. In Neustadt war es Jsserl. beschieden, eine größere Wirksamfeit zu entfalten, durch die er vorzüglich sein immer mehr steigendes Ansehen befestigte. In welchem Jahre er sich hier bleibend, niedergelassen hat, lehrend und die rabbinischen Functionen ausübend, nicht allein für Neustadt, sondern auch für die ganze Umgegend, die mit Neustadt einen Sprengel bildete') (Pes. 11. 258), läßt sich nicht genau angeben; doch war er bereits e. 1445 dort. Es wird nämlich im L. I. S. 81b. mitgetheilt, daß Jsserl. wegen der Verfolgung im Baierlande ein allgemeines Fasten mit einem außerordentlichen Gottesdienste, dessen Liturgie in Selichoth und Vorlesung des am Fasttage üblichen Thora-Abschnittes bestand,^ ausgeschrieben habe, an dem die Gemeinde in Neustadt sowol, als auch alle Juden der Umgegend Theil genommen haben. Noch an demselben Tage seien die Gefangenen in Landshuth frei geworden, mußten aber auswandern, nachdem sie noch 90 % ihres Vermögens, dessen Höhe sie durch einen schweren Eid erhärten mußten, erlegt hatten. Diese Assaire fand aber nach Wiener, Note 221 zur S. 61 im Emek habacka um 1445 Statt. Von diesen beiden Städten Neustadt und Marburg führte Jsserl. bei seinen Zeitgenossen die Namen ר״י מרפורק und ר״י ביושפום; doch kommt der erste Name öfter vor. In I. Bruna Resp. wird er zuweilen auf einer und derselben Seite mit beiden Namen abwechselnd angeführt. Den Namen Aschkenasi, mit dem ihn Späteres beschenken, verdankt er wahrscheinlich einer irrthümlichen Deutung des mit מהר״יא abgekürzten Namens; indem das א am Ende des Wortes mit Asch, kenasi (für Jsserl.) aufgelöst wurde. (Fortsetzung folgt.)!) Ein Nabbinats-Sprengel wurde in jener Zeit gewöhnlich nach dem Hauptorte gebildet, wo sich ein Friedhof befand (Pesakim n. 65). s) Nach dem Gottesdienste hielten die Vertreter der Gemeinde eine Untersuchung, um etwaige Mängel und eingeschlichene Vergehungen im religiösen Leben der Gemeinde aufzudecken und zu verbessern. Dann besuchte ein Theil der Gemeinde den Friedhof — nur ein Theil, um es nicht vor den Christen ausfallend zu machen. Außerdem wurde, wie am Fasten Esther's, von einem jeden Kopf Almosen gespendet; wer von 100 bis 1000 Wiener- Pfund Abgaben zu entrichten hatte, gab noch 2 Groschen für den Kopf mehr. 3) Zuerst in der Ueberschrift des Index zum 1'61׳. baä. 6ä. Yeuedig 1546.

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