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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 4 · p. Seite 175

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 4
Article
Die Synode
Date
1869-01-01
Page
Seite 175 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Die Synode. 175 meistens kein Verständniß für die tiefe Bedeutung des Judenthums, wo sie es nicht gar geringschätzen. Wie, wenn solche Gemeindevertreter im Schooße der Synode tagen und die Majorität bilden sollten, wäre das nicht sehr bedenklich? Von vorne herein müßte die Ignoranz von der Synode ausgeschlossen werden. Die erste Bedingung müßte die sein, daß nur theologischgebildete Deputirte zugelassen werden, oder um diesen vagen, andern Confessionen entlehnten, irreführenden Begriff zu vermeiden, sagen wir, nur Bibel- und Talmud-feste Juden dürften eigentlich Synodal-Mitglieder werden: Solche, welche die tausendjährige Entwickelung des Judenthunrs im Allgemeinen kennen, Hochachtung dafür hegen und daher weniger geneigt sind, das jüdische Bekenntniß nach einer Schablonen-Religion umformen, oder sein ehrwürdiges Alterthum, als antiquirt und mit dem Darwinismus nicht verträglich, über Bord werfen zu wollen. Der ^m-ba-^ror: darf in einer Synode, ja nicht einmal in einer Vor-Synode ein Votum haben, laoosat idiota in ecclesia. Ich halte es endlich auch für einen Fehler, die Cultusreforin jetzt noch in den Vordergrund aller Bestrebungen zu stellen, wozu doch die Commissionen Vorarbeiten vorbereiten. So berechtigt auch der Eifer für einen geregelten Gottesdienst, für Ordnung und ästhetische Gestaltung desselben einst war, so darf man sich doch nichtverhehlen—und wenn ich nicht irre, hat die Klage im Schooße der vorjährigen Rabbinerversammlung sich auch dahin geäußert — daß die Cultusreforin keine belebende Kraft mehr ansübt. Das, was die ersten Urheber sich bona üdo von ihr versprochen haben, daß sich die Blasirten, Verweltlichten unter den Juden von. einem ״verschönerten" Gottesdienst in die Synagoge werden ziehen lassen, hat sich als eine Illusion erwiesen. Die erhebensten Choräle, der rauschendste Orgelklang, die geschliffenste Predigt, die pompösesten Consirmationen ziehen nicht mehr, machen keinen Eindruck auf die junge Generation, die dein Judenthume im Leben entfremdet ist, auf die zunehmende Zahl der Indifferenten. Wer will mich Lügen strafen? In demselben Verhältniß, als die Cultusreforin zunimmt, nimmt die Zahl der Synagogenbesucher ab. Gefüllte, neuerbaute schöne und, wie man zu sagen beliebt, monumentale Synagogen oder Tempel beweisen gar nichts. — Wer den Riß

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