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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 4 · p. Seite 172

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 4
Article
Die Synode
Date
1869-01-01
Page
Seite 172 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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172 Die Synode. religiösen und jüdisch-patriotischen Zusammenhang roiederherzustellen, und die Schäden, wenn nicht zu heilen, so doch zu mildern, welche die unglückselige Zerfahrenheit in das Haus Israel gebracht hat. Die Pariser Freunde stellten daftir ein erhebliches Contingent an Intelligenz und Subsidien in Aussicht. Ich war für den Plan gewonnen, ja begeistert und versprach meinerseits meine warme Betheiligung und die Anregung auf gleichgesinnte Freunde. Als das embryonische Projekt einer Synode lautbar wurde, sagte der Redakteur eines verbreiteten jüdischen Blattes seine Mitwirkung zu, redete ihr auch warm das Wort, und ein geachteter Großrabbiner einer italienischen Gemeinde wandte sich an mich, begrüßte sie seinerseits als ein heilsames Mittel und verhieß seine und seiner Freunde Theilnahme dafür. Hindernisse, zum Theil politischer Natur, haben bisher die Augrisfnahme dieses Projekts hinausgeschoben; sonst wäre der Heroldsruf ״versakstmelt Euch, Ihr Söhne Jakob" schon früher erschallt. Es istmir daher höchst erfreulich, daß das Bedürfniß nach einer Synode auch von der in Kassel zusanimengetretenen Rabbinerversammlung erkannt und angeregt wurde. Jener Wahn, daß nur bestallte Rabbinen in Amt und Würde die Befugniß haben, religiös-legislatorische Bestimmungen zu treffen, der im vergangenen Jahrzehnte so klägliche Resultate zu Wege gebracht hat, jener Wahn mußte erst als solcher erkannt werden, ehe ein Schritt vorwärts gesetzt werden konnte. Nichts ist dem jüdischen Geiste mehr entgegengesetzt, als die Scheidung von Geistlichen und Laien. Diese unschätzbare Errungenschaft, die wir dem Talmud zu verdanken haben, darf und kann nicht wieder aufgegeben werden. Jeder Versuch, dieses suffrage universal aufzuheben, muß scheitern. Der Geist des Judenthums erkennt nurden faktisch vorhandenen Unterschied von Intelligenz und J g noranz an. Nur Unkunde auf dem Gebiete — sagen wir des jüdischen Schriftthums — macht stimmuufähig. ״Ein kenntnißreicher Bastard hat den Vortritt vor einem unwissenden Hohenpriefter." Und dem Geiste entspricht auch der faktische Zustand. Es ist wahrhaft erhebend, daß keine religiöse Genossenschaft so viel kundige, gelehrte und stimmfähige Laien, wie die jüdische, aufzu-

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