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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 4 · p. Seite 155

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 4
Article
Die Religionsdisputation des R. Jechiel von Paris 1240 am Hofe Ludwigs, des Heiligen, ihre Veranlassung und ihre Folgen
Date
1869-01-01
Page
Seite 155 (sequence 11)
Language
German
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Hofe Ludwigs, des Heiligen, ihre Veranlassung und ihre Folgen. 155 geopfert, frei ausgehe, wogegen der getödtet werde, welcher nur einen Theil derselben in dieser Weise ermordet habe?) Die Berührung dieses Punktes, der wohl unter die Beschuldigung, daß der Talmud ״ineptiae" enthalte, zu rubriciren ist, hatte sofort die für Donin erwünschte Wirkung, die Lacher auf seine Seite zu bringen. Den weltlichen Herren — denn diese hatten gelacht — verweist R. Jechiel ihr Gebühren, das weder passend, noch der Anfordermig des göttlichen Gesetzes, wonach beide Parteien gehört werden sollten, entsprechend sei. Dann wendet er sich an die Königin, welche ebenfalls ihre Verwunderung geäußert hatte, mit der Frage, ob die Schuld eines Mörders mit der Steigerung der Tödtungen zunehme. Nachdem dies bejaht wocden, giebt er als Grund jener auffallenden Bestimmung an, daß, da die Hinrichtung als Sühne des Verbrechens betrachtet werde, dieselbe nur an dem geringeren Sünder vollzogen werden dürfe. Der allzu große Sünder aber werde dem Strafgerichte des himmlischen Richters allein überlassen, da seine That durch irdischen Tod allein nicht gesühnt werden könne. — § 2 und 3. Im zweiten und dritten Punkte seiner Anklage beweist Nicolaus, daß ״Masphemiae in filium ejus" (sc. dei) im Talmud enthalten seien aus Gittin 56b. ff. 2) und Spnhedr. 43 a. 3) Jechiel zeigt, ans das Erste entgegnend, wiederum seine Ueberlegenheit über Nicolaus, der den Grund zu der daselbst angegebenen Bestrafung Bileams nicht zu ergründen vermag, indem er dieselbe aus dem Grundsätze ״Maß um Maß" erklärt. Die Stelle erkennt er als dem Talmud entnommen an, doch sei dort ein anderer Jesus gemeint, wie denn auch der Beiname ״Nazarener" *) fehle. Der eigentliche Jesus habe übrigens nach jüdischer Anschauungsweise viel *) Sanliedr. 64 b. vid. oh. S. 149, Anmerk. 2, s)•אינקלום בן קלזניקוס וג׳ ä)•בערב פסח חלאוהו הנוצרי(*.

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