Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 3)
- Language
- German
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188 Recensionen. die vielmehr würdig sind, Objekte von vielen Preisaufgaben zu werden. Die Bedeutung der 80x116rim, das Verhältniß der mündlichen Interpretation und der halachischen Ablagerungen zum pentateuchischen Texte, die Agadah-, Targum- und Apokryphen-Literatur, die Genesis der großen Versammlung und des Synhedrin, die Composition und Redaktion der Mischnah, die Priorität oder Posteriorität der verschiedenen mischna-artigen Sammlungen NeoliLlta ete. sind lauter dornige Themata, die zu übergehen, wie es Herr Derenbourg theilweise gethan hat, klüger gewesen wäre, als sie nur obenhin zu berühren. N011 omnes possumus omnia. Durch dieses unnöthige Antippen an Alles und Jedes hat sich Vers, von Zunz vagenr Begriffe von Agada verleiten lassen, um z. B. den Propheten Ezechiel, das Hohelied und Kohelet zur Mystik zu zählen. — שיר השירים und קהלת, hervorstechend weltliche Literatur-Compositionen, Mystik! Der Vorzug des Neubauer'schen Buches liegt, wie schon angedeutet, in der erschöpfenden Zusammenstellung des topographischen Materials, das in der weitschichtigen talmudischen Literatur zerstreut liegt. Es versteht sich von selbst, daß er zu Combinationen und zu Vergleichungen durch Lautähnlichkeit hat Zuflucht nehmen müssen, die nicht immer befriedigen. Die Eintheilung Palästina's in vier Tetrarchien: Judäa, Samaria, Galiläa und Peräa, und die Subsumirung der Ortschaften unter diese Ru- Lriken sind sachgemäß. Verdienstlich ist (zu p. 11) die synoptische Tafel der verschiedenen Lesearten Betreff der Grenzstädte während der talmudischeu Epoche, die sich in vier verschiedenen Sammelwerken finden, in T08rkba 8ob6biit III, Sifri (oder Siphre) 860t. Ekeb, in Jerus. Talmud 86116b. IV und in Jalkut zu 866t. Ekeb. Diese Zusammenstellung wird einst die Enträthselung der noch meistens dunkel gebliebenen Städtenamen erleichtern. Eben so (zu p. 22) die Zusammenstellung von Lesearten in Betreff der Städte, die nur halb zu Palästina gerechnet wurden. Bei gewissen Localitäten ist es so ziemlich gleichgültig, ob sie hier oder da gelegen, ob sie so oder so geheißen haben, und ob sie mit anderweitig genannten identisch sind oder nicht. Nur wenn ein topographischer Punkt als Basis für eine geschichtliche Begebenheit, besonders für eine Epoche machende Begebenheit wichtig ist, fühlt sich der Forscher beunruhigt, so lange er nicht Lage und Bedeutung desselben ermittelt hat. Palästina war von jeher von der Wanderzeit der Patriarchen au bis zur Epoche der Kreuzzüge Schauplatz bedeutungsvoller Ereignisse, und fast jede Fußbreite Terrain hat irgend eine historische Wichtigkeit. Daher die