Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 3 · p. Seite 137

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1869-01-01
Page
Seite 137 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
spine
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829374-2829378--11920-2864258
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Recensionen. 137 den Fehler, daß es zu weit gesteckt war. Der Erfolg hat es auch Lewiesen. 1863 zun: ersten Mal gestellt, mußte es aus Mangel an Preis- Lewerbern zwei Jahre später wiederholt werden, und die leichthin niedergeschriebenen Worte: »donnees geographiques, topograpMques et historiques« haben Zwei umfangreiche Schriften hervorgerufen, Neubauer's überdas Geographische und Topographische und Dermburg's über das Geschichtliche. Beide Autoren versprechen noch einen zweiten Band zu liefern, der Erstere über die Geschichte und der Letztere über Geographie. Diese weite Ausdehnung des Thema hat dem wissenschaftlichen Gehalte Eintrag gethan. Es ist fast nicht menschenmöglich, das riesige Literaturgebiet der beiden Talmude mit den Annexen, jede Einzelheit, die fast jede für sich eine Monographie verdient, kritisch abzuwägen, nebenher Josephus, die palästinensischen, Geschichte und Geographie bietenden Kirchenvater zu verarbeiten und noch dazu, was unumgänglich nothwendig ist, die Vorarbeiten zu berücksichtigen. Wäre das Thema in zwei Partien geschieden worden, in eine historische und geographische, so wären diese Leiden Arbeiten, welche jedenfalls Fleiß und Hingebung verrathen, gründlicher und ergiebiger ausgefallen. Wir können unmöglich ans alle in dieser: beider: umfangreichen Schrister: berührten Punkte eingehen; hervorgehobeu soll rmr werden, in welchem Geiste sie bearbeitet sind, welche neue sichere Resultate sie liefern ur:d welche etwaige Jrrthümer darin mit unterlaufen. Herrn Neubauer muß das Verdienst zugesprochen werden, daß er durch vollständige Beherrschung des weitschichtigen Gebietes seine Aufgabe gelöst hat. Er hat den Preis wohl verdient. Er ist noch über sein Thema hinausgegangen und hat die topographischen Punkte von Syrien, Kleinasien, Mesopotanien, von dem transtigranischen Asien und von Afrika, d. h. von der jüdischen Diaspora in den ersten Jahr- Hunderter:, so weit sie in den talmudischer: Quellen Vorkommen, beleuchtet, ein Beweis, daß es dern jungen Autor mehr um wissenschaftliche Klärung, als um Preiskrönung zu thun war. Diese Partie hat derselbe nicht der Akademie eingereicht. Neubau er's Buch füllt eine längst empfundene Lücke aus und verdient von allen Denen beachtet zu werden, die sich für die palästinensische Topographie interessiren. Der Umstand kam ihn: zu statten, daß er selbst einmal in Palästina war, und obgleich er nicht das ganze Land nach der Länge und Breite durchwandert hat, so hat doch die Autopsie seine Studien wesentlich gefördert. Herr Neubauer hätte nur der Einleitung weniger Raum geben sollen. Er behandelt darin Fragen, die sich nicht so nebenher abmachen lassen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.