Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Rabbi Israel Isserlein
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 3)
- Language
- German
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132 Rabbi Israel Jsserlein. schreiben (M Diese Arbeiten las Joseph häufig seinem Lehrer Jsserlein vor, der ihm bei dieser Gelegenheit mancherlei Ergänzungen in die Feder dictirte. Auf den Wunsch vieler Zeitgenossen, besonders nach dem Tode Jsserleins, entschloß sich Joseph, zur leichteren Orientirung sämmtliche Notizen nach den 4 Turim zu ordnen^) und zu einem Ganzen zu vereinigen. Er nahm in diese Sammlung auch einen großen Theil der Collectaneen des in den Responsen des Moses Menz (n. 97) erwähnten Juda Obern tP) auf, dessen Smnnrlung er immer mit den Worten שתעתיק מכזה שגנבו מהגאון anfuhrt. Es existirten also bereits im Geheimen Abschriften von Jsserleins Entscheidungen. Auch nahm Joseph die Aufzeichnungen eines Schülers von R. Schalom aus Oestreich auf, dessen Bestimmungen in Bezug auf Trauergebräuche und örtliche Observanzen Jsserlein besonders lobte, und dessen Worte er überhaupt hochschätzte, weil sie meistens auf Iraditionellem Wege von den riorangegangenen Lehrern dem Schalom überkommen waren (S. 4>68aüüv n. 35.). — Drei Jahre nach dem Tode Jsjerleins, nämlich 1463, ging Joseph an die Nedaction seiner Sammlung; im Jahre 1474 schrieb er daran im Hause des Jakob Maestre in Cremona und beendigte sie 1488. Näheres über beide Theile der Handschrift selbst dürften wir wol aus einer geübteren Feder zu erwarten haben. Was uns für das Leben und Wirken Jsr. Jsserleins, wie auch für die Charaeteristik seiner Zeit einigermaßen von Interesse schien, haben wir aus dem handschriftlichen Leket Josclier* * 3 4 5) für unsere Darstellung gewonnen. Rabbi Israel, genannt Jsserleins) Sohn des R. Petachia ist Ln *) Sein Styl ist auch wirklich an den meisten Stellen sehr wunderlich und eigenthümlich. *) Wol das erste Werk, das dieser Methode in der Gruppirung des sachlichen Stoffes folgte. 3) Ob der Beiname Obermk mit dem gleichnamigen Ort im heutigen Großherzogthnm Posen oder mit dem in der preußischen Provinz Schlesien in Verbindung stehen mag? 4) Wir werden diese Sammlung immer mit der Abreviatur ״L. I." und zwar Cod. 404, den ersten Theil, ohne jede weitere Bezeichnung, Cod. 405 als zweiten Theil mit der Zahl II. citiren. 5) Die Sitte, neben dem hebräischen Namen einen zweiten zu führen, meldet bereits Ascheri zu Gittin Cap. IV. von den deutschen Juden, weil die Christen sie mit diesem lautähnlichen Namen benennen. Jsserlein handelt hierüber an mehreren Stellen seiner Responsen ab, besonders in den Pesa-