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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 3 · p. Seite 113

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 3
Article
Die Einheit des Judenthums innerhalb der heutigen religiösen Anarchie
Date
1869-01-01
Page
Seite 113 (sequence 3)
Language
German
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innerhalb der heutigen religiösen Anarchie. 113 zu verschaffen. Das Judenthum dagegen, weil es selbst keine Glaubenssekte ist, kann auch keine verschiedenen solcherSekten in sich aufkommen lassen. Es giebt kein anderes, und kann kein anderes Judenthnm geben, als das uns von unseren Vätern überlieferte nationale; es ist physisch, moralisch und intellectnell mit uns verwachsen. Mit der Kette der ihm vorangegangenen Generationen, mit seiner jüdischen Abstammung muß der Jude, wenn er kein Bastard ist, nolsns volens auch die Traditionen seines Stammes als seine eigenen mentaler: Bildner nnt in den Kauf nehnren, ganz abgesehen von aller: subjectiven Glauben. Gerade die moderne Wissenschaft, die jedes abstrakte, gleichviel ob rationalistische oder supernaturalistische, subjektive Glaubensband auflöst, weiß die natürlichen Bande besser zu würdigen, als alle sogenannte Spiritualisten. Wer aufrichtig und stark genug ist, bis zu den hentigen Grenzen des Wissens und Denkens vorzudringen, kann sich der Ueberzeugung nicht verschließen, daß sein ganzes Wesen in seiner Race und in der Geschichte derselben wurzelt. Die Frage der Einheit des Judenthums innerhalb der Heutigen religiösen Anarchie läßt sich daher weiter dahin formuliren: welche historische Rolle der jüdischen Nation noch in der Zukunft anheim fallen kann. Diese Rolle kann keine religiöse im Sinne der zweiten Weltepoche sein, die eben jetzt zu Ende geht; eine solche Rolle wtirde nicht nur, wie wir gesehen haben, seinem eigenen Wesen, sondern auch den: allgemeinen Stronre der Weltgeschichte zuwider laufen, der auf jede reine oder subjektive Glaubensform nur noch auflösend wirken kann. Das jüdische Volk kann nur noch, wie alle Geschichtsvölker, denen es den Weg dazu gebahnt hat, seinen Beitrag liefern zur sozialen Verwirklichung des Weltgesetzes, welches uns die Wissenschaft nicht mehr in subjektiver Glaubensforin, sondern objektiv erkennen läßt. Diese Aufgabe fällt nnt seiner ursprünglichen zusammen, der es stets treu geblieben ist. Um sie zu erfüllen, hat es sich durch alle Stürme der Geschichte hindurch in seiner Integrität erhalten, hat es aller Sektenbildung, allen rein religiösen Reformen, selbst in der zweiten Wellepoche getrotzt, wo solche Reformen zeitgemäß waren,;על אחח כמה וכמר wird es auch den schwindsüchtigen Neligionsreformen trotzen, die sich heute, am Anfänge der dritten Fraulel, Monatsschrift. XVUl. 3. 8

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