Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Ebioniten des alten Testaments
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 9)
- Language
- German
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Die ®Moniten des alten Testaments. 57 den aristokratischen Familien zu befehlen hatte — gemildert haben. Mag die Nachricht des Chronisten auch nicht authentisch sein, daß dieser König für die Leistung des Zehnten an die Leviten gesorgt und die Sängerklasse zum Tempeldienste herangezogen habe (Chr. II. o. 29; 31), so ist sie doch situationsgemäß angebracht. Für die prophetische Literatur war diese Zeitepoche bekanntlich von klassischer Bedeutung, sollte sie es nicht auch für die psalmistische gewesen sein? Stoff genug bot sie für schwungvolle Poesie der Anawim. Ihre vollständige oder doch theilweise Befreiung von dem harten Drucke, der Untergang des Zehnstämmereiches in Folge der durchgreifenden Verworfenheit und ganz besonders die Gefahren der assyrischen Invasion, verbunden mit der schweren Erkrankung des geliebten Königs, die wunderbare Genesung desselben und der noch wunderbarere Untergang der Assyrer, sollten alle diese gewaltigen Thatsachen nicht die Harfen der Psalmisten zum Klingen angeregt haben? Die 150 oder (nach palästinensischer Zählung) 147 Psalmen enthalten einige, die man Königspsalmen nennt. Die neueren Ausleger haben aber dabei an alle möglichen und unmöglichen Könige, an Achab und Ptolomäus Philadelphus, nur nicht an den zunächst liegenden König Ezekia gedacht, der doch am meisten der Hymnen würdig war. Einer dieser Psalmen (72) hat uns bereits die volle Beziehung auf den König Ezekia ungezwungen erkennen lassen; er hat zum Inhalt die hoffnungsreiche Erwartung einer glücklichen, fast messianischen Zeit, welche ein poetischer Dulder an dessen Regierungsantritt knüpfte. Ein anderer Königspsalm (61) scheint eben so ungezwungen auf die Krankheit dieses Königs anzuspielen: ״Tage zu den Tagen des Königs mögest du hinzufügen, seine Jahre (mögen dauern) wie Geschlechtsalter und Geschlechtsalter (lange). Er möge ewig vor Gott thronen, Gnade und Treue verfüge, (Gott), daß sie ihn behüten." Der ganze Psalm ist aus der Zeitlage erklärlich. Es muß aber noch etwas Vorausgeschickt werden. Wie dieser