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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 12 · p. Seite 448

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 12
Article
Eine alexandrinische Liebesgeschichte
Date
1868-01-01
Page
Seite 448 (sequence 8)
Language
German
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448 Eine Alexandrinische Liebesgeschichte. Die den Angelpunkt des Buches bildende Untersuchung ״unter welchem Baume“ scheint auf einem b. T, Synhedrin .41 a. erzählten Hergang zu beruhen. Daselbst wird mitgetheilt ״ מעשה ובדק כן זכאי בעוקציןזאנהben Sacca'i untersuchte die Zeugen an den Stengeln eines Feigenbaumes“, d. i. zwei Zeugen hätten in einer Capitalsache ausgesagt, das Verbrechen sei unter einem Feigenbäume begangen worden und ben Sacca'i befragte die Zeugen, jeden einzeln, nach der Form der Stengel: ergibt sich hier ein Widerspruch, so ist das Zeugniss als ungültig zu betrachten. Diese Thatsache liegt der Fragestellung ״unter welchem Baume“ zu Grunde, nur hat der Verfasser des Buches Susanna in fabelhafter Weise übertrieben und lässt auf den Widerspruch Todesstrafe erfolgen, während ben Sacca'i durch einen derartigen Widerspruch das Zeugniss nur für ungültig, d. i. nicht ausreichend zur Verurteilung des Angeklagten, erklärt ף. Woher der gedachte Vorfall in Alexandrien bekannt war, ist eine untergeordnete Frage: durch den häufigen Verkehr zwischen Palästina und Alexandrien mochte die Kunde dieser erstaunenerregenden Untersuchung, die vielleicht von einem Erfolge — dem Widerspruche der Zeugen und Nichtigkeitserklärung des Zeugnisses — begleitet war, sich nach Alexandrien verbreitet haben. — Es ist aber noch ein anderes Moment hervorzuheben. Dieser ben Sacca'i ist, wie nach einer viel Wahrscheinlichkeit für sich habenden Meinung, Synhedrin a.a.O. erklärtwird, nicht jene falschen Propheten gewesen. — Allein dadurch, dass diese Stelle dem Erzähler vorschwebte, erhält auch der höchst schwierige V. 5: an&siyß'riGav dvo TtqsGßvxtQOi £% xov laov Iv 7a> iviavxco ^■helvco, tcsqI v iloclriGsv 6 dsGizotris, oxi ij-rjl&tv avo^iia tvt Bußvlwvog §% tüqegßvxsQov *QLXG)v, vergleiche Jerem. das. V. 22, Verständniss. Nur hat der Erzähler wie es seinem Zwecke dienlich, umgeändert. ן) Vgl. Frankel, Der gerichtliche Beweis S. 199. — Die spätere Halacha erklärt durch solchen Widerspruch, da er sich nur auf einen unwesentlichen, die That nicht beeinflussenden Umstand beziehet, das Zeugniss nicht für ungültig. Vgl. Synhedrin a. a. O.

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