Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Eine alexandrinische Liebesgeschichte
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 443 (sequence 3)
- Language
- German
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Eine Aiexandrinische Liebesgeschichte. 443 der damals in Palästina landesüblichen Sprache geschrieben, später wurden sie in Alexandrien ins Griechische übertragen. Die Synagoge nahm kein Buch der Apokryphen in die heil. Schrift auf; in Alexandrien scheinen diß Apokryphen zu den heil. Büchern gezählt worden zu $6ina), die Kirche erklärt sie für canonisch. — Manche dieser apokryphischen Bücher bilden einen Anhang zu den Büchern der Schrift und zu diesen zählt Susanna* * 3), Das Buch Susanna gibt sich als Einleitung zu dem Buche Daniel und will berichten, wie schon in dem Jüngling Daniel sieh der göttliche Geist manifestirte. Es wird daselbst erzählt: In Babylon wohnte ein reicher und angesehener Mann Kantens Joakim, der die schöne und gottesfürchtige Susanna, Tochter des Helkia, zur Frau hatte. Joakim besass einen Lustgarten neben seinem Hause und es kamen bei ihm die Juden zusammen. Da wurden einst zwei Aelteste aus dem Volke zu Richtern erwählt, diese waren beständig im Hause Joakims, und es ging zu ihnen alles Volk zu Gericht. Wenn nun das Volk um Mittag weggegangen war, begab sich Susanna in den Garten, um daselbst zu lustwandeln. Da bekamen diese Aeltesten, welche sie täglich hinein- und herausgehen sahen, Lust zu ihr, verbargen aber vor einander ihre Begierde und stellten sich als gingen sie nach Hause, kehrten aber, nachdem sie sich getrennt, wieder in den Garten zurück. Da sie sich einander begegneten, blieb ihnen nichts übrig, als einander ihre frevelhafte Lust zu gestehen und sie verabredeten sich, einen Zeitpunkt abzupassen, wo sie Susanna allein treffen würden. Und diese Gelegenheit bot sich *) Bei Philo begegnet man zwar nicht einem Citat ans den Apokryplien, dieses Schweigen ist jedoch nicht beweisend, da auch manche Bücher der heil. Schrift nicht von ihm citirt worden. Hingegen desitzen die Falaschas, die Abkömmlinge ausgewanderter alexandrinisclier Juden, mehrere apokryphische Bücher. Vgl. 2. Jahrg., S. 472 dieser Monatsschrift. 3) Eigentlich Losanna, das hebr. (Rose), und so hat auch die Septuaginta Scoönvva, 3-1"