Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Eine alexandrinische Liebesgeschichte
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 442 (sequence 2)
- Language
- German
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442 Eine Alexandrinische Liebesgeschichte. sein und ich will gern den zweiten Rang nach Dir einnehmen“. Wie weit stehen die Freundschaftsbilder des klassischen Alterthams hinter dieser Freundschaft zurück! — Und welch’ ein schönes Gemälde kindlicher Hingebung wird in ״Ruth“ gezeichnet. Der Erzähler hat seinen Pinsel in die Tiefen des Herzens getaucht, die Farben sind den edelsten Gefühlen entnommen, einfach und gross, still und menschlich erhaben, so ist nach dem Aussprüche des bekannten grossen Dichters Ruth das schönste Idyll des Alterthums. Unter den Bildern dieser edleren Regungen hat die Liebe keinen Raum gefunden. Wir besitzen zwar ein erotisches Gedicht, in welchem der Schäfer Aminadib1) und die Schäferin Sulamith unübertroffene Liebeslieder gegenseitig austauschen; einer Liebesgeschichte jedoch ging die Schrift aas dem Wege oder liess sie vielmehr, weil bei der Auseinandersetzung manches den Charakter der Schrift Alterirende unvermeidlich, nicht an sich herantreten, nur mit kurzen Worten werden manche Liebes- Verhältnisse berührt. Erst die Apokryphen des A. T. bringen eine Liebesgeschichte, zwar nicht einen Roman — der Roman im modernen Sinne datirt erst aus dem Mittelalter —, aber eine ausgesponnene Liebesintrigue in ihrer ganzen Nacktheit und Unreinheit. Die Bücher der Apokryphen gehören ihrer grossen Mehrzahl nach Alexandrien an und sind ursprünglich griechisch verfasst, nur das Buch Sirach und das erste Buch der Maccabäer sind palästinensischen Ursprunges und waren in aramäischer, ג) Hobel. 6, 12 heisst es: א ידעתי נפשי שמתני מרכבות עמי נדיב^. Dieser Vers hat Uebersctzern und Exegeten viele Mühe gemacht; da sich aber der Eigenname עמינדב im Buche Hum. mehreremals findet, so dürfte dieses עמי נדיב als identisch mit עמינדב und als Hamen des Geliebten der Sulamith zu nehmen sein, und die Hebersetzung also heissen: ״Mir selbst unbewusst hat meine Seele mich gemacht zum Wagen des Aminadib" d. h. er beherrscht mich ganz, hat sich ganz meiner bemächtigt. Vgl. auch die Septuaginta, welche hat oux k'yvco 7} tyvxri (10v fttero fis agpciTcc ’Atuvctduß. Vielleicht las der Verteilt . עמינרב