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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 12 · p. Seite 444

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 12
Article
Eine alexandrinische Liebesgeschichte
Date
1868-01-01
Page
Seite 444 (sequence 4)
Language
German
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444 Eine Alexandrinische Liebesgeschichte. an einem Tage dar als Susanna nach ihrer Gewöhnheit im .Garten spazieren ging, begleitet von zwei Mädeben. Da der Tag sehr heiss war, bekam sie Lust zu baden und sie befahl den Mädchen, ihr Oel und Salben zu bringen und die Thiiren des Gartens zu verschliessen. Kaum hatten sich die Mädchen entfernt, da stürzten die zwei Aeltesten, die sich im Garten verborgen hatten, auf Susanna zu und sprachen: Thue unseren Willen und ergib Dich uns, wo nicht, so werden wir Zeugniss ablegen, dass ein Jüngling bei Dir war und Du deshalb die Mädeben fortschicktest. — Und Susanna sprach seufzend: Grosse Angst umgibt mich von allen Seiten, willfahre ich Euerem Willen, so erwartet mich Tod von oben, willfahre ich ihm nicht, so werde ich Euren Händen nicht entgehen; doch besser ihm nicht zu willfahren und in Euere Hände zu fallen als vor Gott zu sündigen. — Und als am anderen Tage das Volk bei Joakim, dem Manne Susanna’s, zusammenkam, traten die Aeltesten voll ruchloser Anschlage auf und sprachen zum Volke: schicket 11m Susanna. Susanna erschien und die Aeltesten sagten: ״Wir wandeiten allein im Garten herum und es trat diese mit zwei Mädchen hinein, die sie fortschickte und hierauf die Thüre des Gartens verschloss. Und es kam nun zu ihr ein Jüngling, welcher sich verborgen hatte und schlief mit ihr. Wir befanden uns in einem Winkel des Gartens und liefen, als wir diese Schandthat sahen, auf sie zu. Des Jünglings konnten wir uns nicht bemächtigen, da er stärker war als wir, er öffnete die Thüre und entfloh. Diese aber ergriffen wir und fragten sie, wer der Jüngling sei, sie wollte es aber nicht sagen. So bezeugen wir es." Die Gemeinde glaubte es ihnen, da sie Aeiteste und Richter des Volkes waren, und verurtheilte Susanna zum Tode. Susanna aber rief mit lauter Stimme und sprach: ״Ewiger Gott, Richter des Verborgenen, der Du Alles siebest, ehe es geschieht, Du weisst, dass sie falsch wider mich gezeugt; ich sterbe, ohne etwas von dem gethan zu haben, was sie schändlicher Weise wider mich ersonnen." Und der Herr erhörte ihre Stimme. Als sie zum Tode abgeführt wurde, erweckte Gott deu heiligen Geist eines

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