Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 11
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 436 (sequence 8)
- Language
- German
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436 ״ Recensionen und Anzeigen. öffentlichten ״Auszug aus den Anfangsgründen alter schöner Künste und Wissenschaften“ für die Bibliothek der schönen Wissenschaften schrieb und die sich in den gesammelten Werken 4, 1 S. 313 findet. Es dürfte freilich heut zu Tage kaum glaublich erscheinen, dass eine allgemeine Theorie der Aesthetik die Malerei und Plastik ebensowenig wie die Musik in ihre Betrachtung zieht und sich fast einzig und allein mit den sögenannten redenden Künsten beschäftigt. Und dennoch ist dies bei Baumgarten sowohl als bei Meier, der sich freilich vollständig an den Ersteren anschliesst, der Fall. Erst Mendelssohn war es Vorbehalten, diesen Mangel aufzudecken, und wir wollen daher die Worte, mit welchen er dies thut, hier anführen. ״Allein uns dünkt, dass der Erfinder dieser Wissenschaft der Welt nicht alles geliefert habe, was seine Erklärung des Wortes Aesthetik verspricht. Die Aesthetik soll eigentlich die Wissenschaft der schönen Erkenntniss überhaupt, die Theorie aller schönen Künste und Wissenschaften enthalten; alle Erklärungen und Lehrsätze derselben müssen daher so allgemein sein, dass sie ohne Zwang auf jede schöne Kunst insbesondere angewendet werden können. Wenn man z. B. in der allgemeinen Aesthetik erklärt, was erhaben sei, so muss sich die Erklärung sowohl auf die erhabene Schreibart, als auf den erhabenen Contour in der Malerei und Bildhauerkunst, auf die erhabenen Gänge in der Musik, und auf die erhabene Bauart anwenden lassen; denn alle diese Künste haben ihren niedrigen, mittelmässigen und erhabenen Styl. Erklärt man, was die Schönheit in den Gegenständen sei, so muss diese Erklärung einer allgemeinen algebraischen Formel gleichen, zu welcher man nur noch einige Bestimmungen hinzuzuthun hat, um die verschiedenen Arten der Schönheit in den Gedanken, in der Sprache, in den Figuren, Linien und Bewegungen, und endlich in den Tönen und Farben näher erklären zu können. Dieses fordert man mit Recht von einer Aesthetik, von einer Theorie der Schönheit überhaupt. Betrachtet man aber die Aesthetik des Herrn Prof. Baumgarten, oder die Anfangsgründe des Herrn Meier (denn die letztern sind nichts als eine weitläufigere Ausführung der erstem, so scheint, als wenn man bei der ganzen Einrichtung des Werks bloss die schönen Wissenschaften, d. i. Poesie und Beredtsamkeit zum Augenmerk gehabt hätte u. 8. w.u