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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 11 · p. Seite 437

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 11
Article
[Rezension]
Date
1868-01-01
Page
Seite 437 (sequence 9)
Language
German
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437 Recensionen und Anzeigen. Bemerkenswerth ist schliesslich noch die Annäherung an Kant, welche der Verf. mit gutem Rechte in einer Stelle der Morgenstunden findet, wo Mendelssohn gegen die Eintheilung ankämpft, welche nur zwei Seelenvermögen anerkennt, nämlich das Erkenntnisvermögen und das Begeh rungsvermögen. Mendelssohn erhebt dagegen Einsprache, dass man die Empfindung von Lust und Unlust, welche durch die Betrachtung des Natur- oder Kunstschönen erzeugt wird, dem Begehrungsvermögen zuschreibe. ״Wir betrachten die Schönheit der Natur und der Kunst ohne die mindeste Regung von Begierde mit Vergnügen und Wohlgefallen. Es scheint vielmehr ein besonderes Merkmal der Schönheit zu sein > dass sie mit ruhigem Wohlgefallen betrachtet wird, dass sie gefällt, wenn wir sie auch nicht besitzen, und von dem Verlangen, sie zu benutzen, auch noch so weit entfernt sind u. 8. w." Man muss in der That einräumen, dass in diesen Worten die bedeutungsvolle und folgenreiche Lehre Kant’s vom interesselosen Wohlgefallen a!11 Schönen, welche den Kernpunkt der Kritik der Urtheilskraft bildet, im Keime schon enthalten sei. Indem wir nun die Besprechung der oben bezeichaeten Schrift schliessen, können wir nicht umhin, den Wunsch auszusprechen, es möge dieselbe dazu beitragen, das Interesse an den Mendelssolin’schen Schriften auch in weiteren Kreisen wiederzuerwecken oder neu zu beleben. Eine gerechtere Würdigung des nicht minder um die deutsche Literatur als um das Judenthum hochverdienten Mannes wird die sorgfältige Beschäftigung mit seinen Werken wohl hoffentlich dann von selbst herbeiführen. Dr. J. Guttmann. Homiletische Monatsschrift für Rabbiner, Prediger und Religionslehrer. Redigirt und herausgegeben von Dr. S. 11־. Sonneschein. Prag, li. Dominicus. Die jüdische Predigt ist längst aus dem Kindesalter herausgetreten und gewinnt auch in den Kreisen, wo man noch vor einigen Jahrzehnten Vorträge in der Landessprache als ketzerische Neuerung v er urth eilte, immer inehr Boden. Schon hat auch die Predigtliteratur treffliche Muster aufzuweisen, an denen

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